Autobusse senkrecht vor Dresdner Frauenkirche gestellt: Mahnmal gegen Syrien-Krieg

Ausgerechnet vor der Dresdner Frauenkirche erinnern drei Autobusse an den Syrien-Krieg. Foto: Lutz Bachmann / Facebook
Ausgerechnet vor der Dresdner Frauenkirche erinnern drei Autobusse an den Syrien-Krieg.
Foto: Lutz Bachmann / Facebook
10. Februar 2017 - 15:13

Dresden hat im Laufe der Geschichte schon viele traurige Momente erlebt. Die wohl schlimmsten, als britische und amerikanische Bomber von 13. bis 15. Februar 1945 in vier Wellen hunderttausende Spreng- und Brandbomben auf die schutzlose Stadt warfen. Die bis dahin weitgehend unzerstörte und militärisch uninteressante Barockstadt wurde in einem gigantischen Feuersturm mit bis zu 900 Grad Hitze komplett verwüstet.

Wie viele Menschen starben im Februar 1945 in Dresden wirklich?

Wie viele Dresdener und sich in der Stadt befindliche Flüchtlinge aus dem Osten den Tod fanden, wird wohl nie genau geklärt werden; die Schätzungen gehen von 25.000 bis zu mehreren hunderttausend. Der Wiederaufbau der Frauenkirche im Zentrum der Elbstadt sollte stets daran erinnern. Ausgerechnet vor dieser Kirche prangen derzeit aber drei aufgerichtete Autobusse.

Schrott-"Kunstwerk" ausgerechnet an der Frauenkirche

Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine Müllentsorgung oder Autoverschrottung, die der Öffentlichkeit vor Augen geführt werden sollte, sondern viel mehr um ein „Kunstwerk“, das als Mahnmal für die Opfer militärischer Gewalt in Syrien dienen soll.

Der Künstler Manaf Halbouni nahm sich dabei die Straßensperren in der umkämpften Stadt Aleppo zum Vorbild und ließ in einer millionenteuren Aktion drei ausrangierte Busse senkrecht vor dem Dom aufstellen. Weil nun ein Bild bekannt wurde, das die besagte Straßensperre mit der Flagge einer islamistischen Miliz zeigt, die vom deutschen Verfassungsschutz als „Terroristische Vereinigung“ eingestuft wird, könnte der Macher der fragwürdigen Aktion zusätzlich unter Beschuss geraten.

"Mahnmal gegen Krieg und Gewalt"

Die Leiterin des Kunsthauses Dresden, Christiane Mennicke-Schwarz, hingegen sieht in der Tatsache wenig Verwerfliches. Für sie ist es egal, ob die Sperre nun von den "Guten" oder den "Bösen" errichtet wurde. Die Dresdener Busse sollten „ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt in jeglicher Form – auch gegen die Gewalt von Terroristen“, sein, berichtet die Sächsische Zeitung.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.