Zwei „Flüchtlinge“ stehen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags vor dem Landgericht Lüneburg.

Foto: Bild: Frank Vincentz / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Flüchtlinge wollten ihren Chef töten, weil dieser mit ihrer Arbeit nicht zufrieden war

Flüchtlinge, die das Asylantenheim anzünden, weil ihnen das Essen nicht schmeckt, Flüchtlinge, die mit einem Hungerstreik zweitausend Euro netto Taschengeld erzwingen wollen, oder Flüchtlinge, die  sich mit verschiedenen Namen mehrfach registrieren lassen und so den Sozialstaat um Millionen betrügen – all das kennen wir ja schon. Neu dagegen ist: Wer Asylwerbern eine Beschäftigung gibt und auf ordentliche Arbeit pocht, dem kann tödliche Gefahr drohen, wie jetzt ein besonders brutaler Fall aus Lüneburg zeigt.

Auseinandersetzung im Lüneburger Holzkohlewerk

Vier Verhandlungstage hat das Landgericht in Lüneburg anberaumt, um zu klären, ob der 27-jährige Haytharn A. und der drei Jahre ältere Ibrahim A. tatsächlich versucht hatten, ihren Chef zu töten. Die Tat soll sich am 17. März 2016 ereignet haben. Der Chef im Lüneburger Holzkohlewerk war laut Anklageschrift mit der Arbeitsleistung von Ibrahim A. nicht zufrieden, weshalb es zuerst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Haytharn A. und dem Vorgesetzten gekommen sein soll.

Angreifer wollte Chef ins Auge stechen

Doch damit war die Angelegenheit offenbar nicht erledigt. Später kehrten beide Flüchtlinge in die Firma zurück, dem Vernehmen nach mit dem Vorsatz, ihren Chef zu töten. Haytharn A. stach demnach mehrfach mit dem Messer zu und verletzte das Opfer am Bauch. Dem Schwerverletzten gelang zunächst die Flucht, doch bald holten ihn die Angreifer ein – mit einem Schlag gegen den Kopf streckten sie ihn zu Boden, dann hagelte es Tritte gegen den Kopf. Der Schrecken war noch immer nicht zu Ende, denn Haytharn A. soll dann noch versucht haben, seinem Chef ins Auge zu stechen. Doch dieser konnte ausweichen.

Nach Holland geflüchtet – Monate später festgenommen

Die Angreifer sollen nach der Darstellung des Oberstaatsanwaltes erst geflüchtet sein, als andere Arbeiter auf die Auseinandersetzung aufmerksam wurden und zu Hilfe eilten. Monate später konnten die Flüchtigen in den Niederlanden festgenommen werden.

Wie az-online-de berichtet, verlasen die Anwälte der Flüchtlinge am ersten Verhandlungstag in Lüneburg eine ganz andere Version des Hergangs – sie sehen sich sogar unschuldig. Denn wie die beiden ursprünglich "Staatenlosen", die sich im Prozess als "Palästinenser" ausgeben, ausführten, habe es lediglich einen Streit im Sanitärraum gegeben, in dessen Verlauf irgendwann auch ein Messer im Spiel war. So habe es Blessuren auf beiden Seiten gegeben. Sie seien auch nicht nach Holland geflüchtet, sondern hatten vor, sowieso dorthin zu reisen. Dass dies am Tag der tätlichen Auseinandersetzung geschehen sei, wäre reiner Zufall gewesen.

Opfer muss Tat beweisen

Gerade noch dem Totschlag entkommen, muss der Vorgesetzte der beiden "Flüchtlinge" nun auch noch beweisen, dass seine Beschreibung des Hergangs der Wahrheit entspricht.

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