Rathaus-Insider: Häupl tritt am 29. April zurück, Michael Ludwig wird Wiener Bürgermeister

Offen getraut sich darüber noch keiner zu sprechen, aber die Ablöse von Bürgermeister Michael Häupl im April scheint beschlossene Sache. Ihm soll Michael Ludwig nachfolgen. Foto: Unzensuriert.at
Offen getraut sich darüber noch keiner zu sprechen, aber die Ablöse von Bürgermeister Michael Häupl im April scheint beschlossene Sache. Ihm soll Michael Ludwig nachfolgen.
Foto: Unzensuriert.at

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl nimmt den Hut. Er soll beim Landesparteitag der SPÖ Wien am 29. April zurücktreten. Michael Ludwig, derzeit Wohnbaustadtrat und Chef der SPÖ in Floridsdorf, sei als Nachfolger so gut wie fix. Dieses Szenario beschrieb ein Rathaus-Insider gegenüber unzensuriert.at. Noch streng geheim, könnte dieses hartnäckige Gerücht bald Wirklichkeit werden.

Wechsel SPÖ-intern gefordert

Nach den Langzeit-Landeshauptleuten Josef Pühringer (ÖVP) in Oberösterreich und Erwin Pröll (ÖVP) in Niederösterreich würde es nun auch den mächtigen Wiener SPÖ-Parteichef Michael Häupl treffen. Der 67-Jährige ist seit 1994 Bürgermeister. Nach einer langen Ära von fast 23 Jahren wurden die Stimmen in der SPÖ aber immer lauter, die forderten, endlich einen Wechsel durchzuführen.

Häupl wurde zum Symbol der zügellosen Einwanderung

Die Basis rumorte vor allem wegen der Flüchtlingspolitik der Regierung, die Häupl ständig unterstützte. Mehr noch: Der Wiener SPÖ-Chef wurde regelrecht zum Symbol für die zügellose Einwanderung. Dass Wien dadurch immer gefährlicher und krimineller wurde und eine Stadt, in der der Sozialtopf mehrheitlich schon den Ausländern zugute kommt, störte vor allem die Funktionäre in den Wiener Außenbezirken, wo die FPÖ immer stärker wurde und seit der vergangenen Landtagswahl in Simmering den Bezirksvorsteher stellt. In einem ehemaligen roten Arbeiterbezirk.

Unbehagen in der Partei und über die Partei

Der Ärger gipfelte dann im schlechten Abschneiden des SPÖ-Kandidaten Rudolf Hundstorfer bei der Hofburg-Wahl. In der Presse brachte der frühere Bundesgeschäftsführer der SPÖ, Gerhard Schmid, das Problem auf den Punkt: "Es gibt ein Unbehagen in der Partei und über die Partei." So werde über manche Themen "nicht ausreichend" diskutiert. Kollege Christian Deutsch, ehemaliger Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, wandte sich mit seiner Kritik gleich direkt an Michael Häupl. Im ORF-Radio sagte er:

Es ist eigentlich ein ganz normaler Vorgang, dass, wenn ein Bürgermeister 22 Jahre im Amt ist, der letzte der solange im Amt war, war vor 200 Jahren in Wien Bürgermeister, dass man sich natürlich, und das geschieht ja auch in der Bevölkerung und in der Partei, wie kann eine Nachfolge aussehen. Und das ist auch in der Verantwortung des Bürgermeisters, hier dieses Thema anzusprechen.

Kleine Rochade rettete Häupl offenbar nicht

Wenn auch die Sätze nicht besonders wohlformuliert sind: So deutlich hatte es zuvor noch keiner gewagt, Häupl den Rücktritt nahe zu legen. Aber bei einem erweiterten Vorstand der Wiener SPÖ im Jänner konnte sich Häupl mit einem kleinen Umbau in der Stadtregierung noch einmal aus der Affäre ziehen. Er präsentierte sich den Journalisten "in voller Pracht und Herrlichkeit", nachdem die Partei die skandalumwitterte Sonja Wehsely in die Wüste schickte und das Gesundheitsressort Sandra Frauenberger übergab. Ihr Bildungsressort wurde mit dem Stadtschulratspräsidenten Jürgen Czernohorsky besetzt, ihm folgte der Gewerkschafter Heinrich Himmer nach.

Vorfälle bei Wiener Wohnen belasten Ludwig

Damit war aber nicht alles eitel Wonne in der Partei, wohl nur nach außen herrschte Harmonie. Innerparteilich wurde offenbar weiter am Kopf des Chefs gesägt. Mit Erfolg, wie jetzt die Spatzen vom Rathausdach pfeifen. Die wissen auch schon, wie der neue Bürgermeister heißen wird: Wieder Michael, aber diesmal nicht Häupl, sondern Ludwig, der mit Vorfällen bei Wiener Wohnen gar nicht skandalfrei das prestigeträchtige Amt übernehmen soll.

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