Fake News Wochenschau: Der russische Telekom-Hacker war ein Brite | Unzensuriert.at

Fake News Wochenschau: Der russische Telekom-Hacker war ein Brite

Bild-Hetze gegen Russland bar jeglicher Fakten. Der hier thematisierte Cyber-Angriff wurde von einem Briten durchgeführt. Foto: Screenshot bild.de
Bild-Hetze gegen Russland bar jeglicher Fakten. Der hier thematisierte Cyber-Angriff wurde von einem Briten durchgeführt.
Foto: Screenshot bild.de
24. Februar 2017 - 18:47

Für Cyber-Verbrechen aller Art gibt es im Westen derzeit eine einfache Erkklärung: Der Russe war's. Er hat Trump ermöglicht, will jetzt Merkel stürzen und in einem Aufwaschen gleich die Demokratie beseitigen, weltweit. Diese Strategie des polit-medialen Establishments ist schwer zu widerlegen, denn Hacker werden in den seltensten Fällen erwischt. Somit kann es jeder gewesen sein - eben auch der Russe. Und wenn dann doch einmal einer ertappt wird, wird die vorherige Berichterstattung einfach unter den Teppich gekehrt, wie wie diesmal in der Fake News Wochenschau zeigen.

Telekom-Hacker ist kein Russe, sondern Brite – und daher nicht mehr interessant

Die Staatsanwaltschaft Köln und das Bundeskriminalamt teilten am 23. Februar 2017 mit: Verdächtiger Telekom-Hacker in London festgenommen. Der Mann, ein britischer Staatsbürger, soll für die Abstürze von Telekom-Routern letzten November verantwortlich sein.

Darüber wird zwar artig in den deutschen Mainstream-Medien berichtet, nicht aber auf die ursprüngliche Berichterstattung im November 2016 Bezug genommen. Lügenpresse und staatlichen TV-Anstalten ist es nun wohl peinlich, Fake News verbreitetet zu haben, wonach Russland hinter den Angriffen stecke. Wie immer waren es auch diesmal neben der Bild-Zeitung vor allem ARD und ZDF, welche das Versagen der Telekom Russland in die Schuhe schieben wollten.

In der ARD-Tagesschau nahm Sprecher Jan Hofer den Cyberangriff zum Anlass, gegen Russland zu agitieren:

Auch von Politikern wird ein besserer Schutz vor Cyberangriffen angemahnt. […] Mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr warnte zudem der Präsident des Bundesnachrichtendienstes Kahl vor Hackerangriffen und Kampagnen zur Desinformation, die aus Russland gesteuert würden.

Und auch das ZDF ließ damals die Gelegenheit nicht aus. „Europa ist im Fokus dieser Störversuche und Deutschland ganz besonders. Innenpolitiker haben da Hacker aus einem ganz bestimmten Land im Visier“, konnte man vernehmen.

TV-Sender verschweigen Demonstration gegen Münchner Sicherheitskonferenz

Über die Sicherheitskonferenz, die vor wenigen Tagen in München stattfand, wurde in den Medien ausführlich berichtet – jedoch ausschließlich im Sinne der Kriegstreiber, die dort zu Wort kamen. Den Menschen sollte der Eindruck vermittelt werden, dass ohne gewaltige Aufrüstung die Russen unmittelbar davorstünden, über Europa herzufallen.

Allerdings konnte man in den Medien auch erfahren, dass der demokratische US-Senator Graham dort verlautete, dass „2017 der Kongress Russland in den Arsch treten“ werde. Würde Donald Trump so etwas von sich geben, würden die „Qualitätsmedien“ förmlich durchdrehen und nach einer Amtsenthebung schreien. Bei einem Mann des Friedens, wie dem demokratischen Senator, geht so etwas jedoch kritiklos durch.

Worüber jedoch gar nicht oder nur ganz am Rande berichtet wurde, war eine große Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern in München für Frieden und gegen den Aufrüstungswahn und die aktuellen Drohgebärden gegen Russland. Diese Kundgebung ins Bild zu rücken, war wie so oft dem russischen „Feindsender“ vorbehalten:

Dresden: Keine Bilder, aber viel Verständnis für die Bombardierung der „Nazi-Hochburg“

In die vergangene Woche fiel auch der Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch Amerikaner und Briten. Im Bericht in der Tagesschau vom 13. Februar 2017 (ab 5:00 Minuten), welcher sich mit diesem tragischen Ereignis beschäftigte, sind die Bilder der Zerstörung in der Mediathek nicht zu sehen - und zwar aus „rechtlichen Gründen“.

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Dafür erfährt man dort, warum es zu dieser militärisch vollkommen unnötigen Zerstörung einer der schönsten Städte Europas keine drei Monate vor Kriegsende, gekommen sein soll. Das hört sich in der Tagesschau-Einmoderation wie folgt an:

Dresden hat heute an die Zerstörung der Stadt durch Luftangriffe der Alliierten vor 72 Jahren erinnert. Bei Bombardements durch britische und amerikanische Flugzeuge im Februar 1945 wurden laut jüngsten Schätzungen bis zu 25.000 Menschen getötet. Weite Teile der Altstadt wurden wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Dresden war damals wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Standort von Rüstungswerken und galt als Nazi-Hochburg.

Dass allerdings allfällige industrielle Anlagen, die in den Vororten Dresdens lagen, weitgehend verschont wurden, hätte ARD-Nachrichtensprecher Thorsten Schröder noch dazusagen sollen, denn diese waren nicht das von der Royal Air Force ausgegebene Ziel des Terrorbombardements. Das erfährt man wiederum in der englischen Ausgabe von Wikipedia:

The intentions of the attack are to hit the enemy where he will feel it most, behind an already partially collapsed front... and incidentally to show the Russians when they arrive what Bomber Command can do. (Die Ziele des Angriffs sind es, den Gegner dort zu treffen, wo er es am stärksten spüren wird, hinter einer bereits teilweise zusammengebrochenen Front.. und nebenbei den Russen bei ihrer Ankunft zu zeigen, was das Bomber-Kommando anrichten kann.) 

Aber auch dafür hat kein Geringer als der aktuelle Dresdner Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der ebenfalls in dieser Tagesschau zu Wort kam, eine Entschuldigung parat: „Auch Dresden war mit seinen Bürgern auch ein Täter gewesen.“ Glück für ihn, dass seine Eltern oder Großeltern - aus seiner Sicht  ja ebenfalls „Täter“ - sich vor 72 Jahren vermutlich gerade nicht in Dresden aufhielten...

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