Der Stinkefinger, hier milieutypisch auf einer linksextremen Demonstration eingesetzt, kratzt für ORF und Co. nicht am Status ihrer „Experten“, selbst dann nicht, wenn er einem Toten gezeigt wird.

Foto: Bild: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)
Trotz Stinkefinger-Skandal: Linksmedien halten an Schmidinger als „Experte“ fest

„Heute werde ich in der ZIB 24 etwas zum Wahlkampf für das türkische Präsidialregime in Österreich sagen“, verkündet der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger aktuell auf seiner Facebook-Seite. Es ist nicht sein erster Fernseh-Auftritt diese Woche. Erst am Montag diskutierte er auf Puls4 in der Sendung „Pro und Contra“ das Thema „Radikalisierte Jugendliche und Kriminalitäts-Hotspots“. Ihm gegenüber saßen unter anderen Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ).

Schmerzliches Fehlen des Republikanischen Schutzbundes

Es handelt sich dabei um genau jenen Thomas Schmidinger, dessen „private“ Einlassungen seit Mitte Februar massive Irritationen hervorrufen. Wie unzensuriert.at aufdeckte, wurde ihm zum Jahrestag der Februarkämpfe 1934 „das Fehlen des Republikanischen Schutzbundes schmerzlich bewußt“, einer paramilitärischen sozialistischen Organisation aus der österreichischen Zwischenkriegszeit.

Die vom Ring Freiheitlicher Studenten betriebene und auf das Aufdecken linksextremer Umtriebe an den Universitäten spezialisierte Facebook-Initiative „Stoppt den Wahnsinn“ legte am 15. Februar nach und machte ein von Schmidinger vor Jahren auf Facebook gepostetes Foto bekannt, auf dem der Universitätslektor dem Denkmal zu Ehren des verunglückten Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider den „Stinkefinger“ zeigt. Darüber berichtete in der Folge unter anderem die Zeitung Heute.

FPÖ-Anfrage: Hält auch ÖVP-Landesrätin Kündigung für nötig?

Nicht nur in Kärnten, auch in Vorarlberg schlägt die Affäre Wellen, denn Schmidinger ist auch dort wissenschaftlich tätig – als Lektor an der Fachhochschule Vorarlberg. Die FPÖ fordert seine Abberufung. Bildungssprecher Christoph Waibel will in einer Anfrage von der für Bildung zuständigen Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) wissen: „Teilen Sie unsere Haltung, dass ein derartiges Verhalten untragbar ist und zwingend eine Kündigung nach sich ziehen müsste?“

Eine erste Reaktion des Geschäftsführers der FH Vorarlberg, Stefan Fitz-Rankl, gegenüber den Vorarlberger Nachrichten (Online-Bericht hinter einer Paywall) lässt befürchten, dass man daraus keine große Affäre machen möchte: „So lange das keine strafrechtlich relevanten Handlungen sind, hat das mit seinem Lehrauftrag bei uns nichts zu tun.“ Ob der „Stinkefinger“ für den toten Jörg Haider ein Fall für die Justiz ist, wird die Staatsanwaltschaft möglicherweise bald zu ermitteln haben. Der Kärntner Abgeordnete Martin Rutter kündigte eine Anzeige an.

Keine Reaktion der Universität Wien

Keine Reaktion ist von der Universität Wien zu erwarten. Sie gilt mittlerweile als Hort des Linksextremismus und bietet regelmäßig staatsfeindlichen Organisationen für deren Veranstaltungen Unterschlupf.

Völlig egal sind die Entgleisungen Schmidingers offenbar auch den heimischen Fernsehanstalten. Gut möglich, dass Schmidingers „Stinkefinger“ sein Ansehen bei Programmverantwortlichen mit eindeutiger politischer Tendenz wie Corinna Milborn (Puls 4) oder Fritz Dittlbacher (ORF) sogar noch gesteigert hat. Insofern darf es nicht verwundern, dass Schmidinger in beiden Sendern weiterhin gerngesehener „Experte“ ist. Der Gebührenzahler kann sich sein Bild machen.

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