Bankomatgebühren: Parlament geht nun gegen Bankomatbetreiber Euronet vor

Euronet steht wegen eingehobener Bankomatgebühren im Visier des Parlaments.  Foto: Euronet Worldwide / Wikimedia (PD)
Euronet steht wegen eingehobener Bankomatgebühren im Visier des Parlaments.
Foto: Euronet Worldwide / Wikimedia (PD)
4. März 2017 - 11:02

Der Bankomatbetreiber Euronet ist jetzt auch Gegenstand des österreichischen Nationalrats geworden. Ein Antrag von FPÖ-Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm unter dem Titel "Bankomatgebührenverbot gegen Euronet und Co" fordert vom zuständigen Konsumentenschutzminister Alois Stöger (SPÖ) Maßnahmen gegen den Gebührenwucher bei Bankomatabhebungen :

Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz wird ersucht, dem Nationalrat eine Novelle zum Konsumentenschutzgesetz zuzuleiten, die ein Verbot von Bankomatgebühren in Österreich beinhaltet und sowohl für Banken als auch sonstige Finanzdienstleistungsunternehmen, wie etwa ausschließliche Bankomatbetreiber, gilt. Gleichzeitig soll in dieser Novelle festgelegt werden, dass Bankomatbetreiber, die bisher Extragebühren von den Konsumenten verlangt haben, dies ab sofort zu unterlassen haben.

Euronet möchte Bankomatgebührennetz erweitern

Besonders im Visier der FPÖ steht der US-amerikanische Bankomatbetreiber Euronet. Dieser Bankomatbetreiber versucht einen gewissen Bankomat-Lobbyismus in Österreich zu etablieren. Die Betreiberfirma sucht über ihren Außendienst neue Standorte, so etwa bei Supermärkten, Apotheken oder Trafiken, um ihr gebührenpflichtiges Bankomatnetz auszurollen. Ziel ist offensichtlich, eine kritische Masse zu erreichen, um den österreichischen Konsumenten ihre Konditionen zu diktieren.

Flossen Gewinne aus Österreich ins Steuerparadies Delaware?

Damit nicht genug.  Die Tageszeitung Kurier berichtete im Zusammenhang mit der Firma Euronet und der Einführung bzw. der Beibehaltung von Bankomatgebühren, dass dieser Bankomatbetreiber seinen steuerlichen Unternehmenssitz im US-Bundesstaat Delaware hat, einer internationalen Steueroase. Jetzt stellt sich die Frage, ob in letzter Konsequenz nicht Bankomatgebühren, die in Österreich durch Euronet kassiert worden sind, steuerschonend zum Gewinn von Euronet in Delaware beitragen.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.