Heide Schmidt nannte im ORF die Freiheitlichen als Urheber des Populismus, die SPÖ-ÖVP-Regierung sei ein Nachahmer.

Bild: Manfred Werner - Tsui / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Haimbuchner zu Heide Schmidt: „Mit dem Austritt aus der FPÖ haben Sie sich ein neues Leben erkauft“

So klar und deutlich hat es vorher noch keiner der Gründerin des Liberalen Forums, Heide Schmidt, ins Gesicht gesagt:

Mit dem Austritt aus der FPÖ haben Sie sich ein neues Leben erkauft.

Heide Schmidt konterte mit Floskel

Mit diesem Satz brachte der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner die vom ORF zur Diskussion "Im Zentrum" eingeladene Heide Schmidt ziemlich aus der Fassung. Schmidt fiel daraufhin kein geistreicher Konter ein – sie musste sich mit der Floskel, "mir ist das tiefe Niveau, mit dem Sie diskutieren, bekannt", zufrieden geben.

Mit Hilfe von Heinz Fischer Klubstatus

Heide Schmidt, einst engste Vertraute und Mitkämpferin des verstorbenen FPÖ-Chefs Jörg Haider, verließ die Partei, als diese Weitblick zeigte und 1993 das Volksbegehren "Österreich zuerst" durchführte. 416.531 Österreicher unterschrieben die zentralen Akzente für eine Umkehr in der Zuwanderungspolitik. Heide Schmidt aber wandte sich von den Freiheitlichen ab, gründete das Liberale Forum und bekam – nicht zuletzt durch die Unterstützung des damaligen Nationalratspräsidenten Heinz Fischer – Klubstatus im Parlament zuerkannt.

Fortan war Heide Schmidt schärfste Gegnerin der Freiheitlichen. Alles, was sie vorher für gut befand, war plötzlich schlecht. Den Wählern konnte sie aber kein X für ein U vormachen, weshalb das Liberale Forum und Heide Schmidt bald Geschichte in der heimischen Politik wurden.

Forderungen des FPÖ-Volksbegehrens übernommen

Der ORF greift bei Diskussionsveranstaltungen aber trotzdem noch immer gerne auf die notorisch grantelnde Ex-Politikerin zurück. Am Sonntag saß sie neben dem Freiheitlichen Haimbuchner auf der Couch und versuchte, die FPÖ als Urheber des Populismus und die Regierungsparteien als dessen Nachahmer herunter zu machen. Aber auch sie musste zugeben, dass die SPÖ und die ÖVP bei der Verschärfung des Fremden- und Asylrechts Forderungen des FPÖ-Volksbegehrens übernommen haben.

Für Heide Schmidt ist das reiner Populismus. Für SPÖ-Infrastrukturminister Jörg Leichtfried und ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka sind es notwendige Reaktionen auf veränderte Herausforderungen. Den Fernsehzuschauern wurde jedenfalls die Realität vor Augen geführt: Dass 24 Jahre nach dem FPÖ-Volksbegehren das damalige Zwölf-Punkte-Programm nichts an Aktualität verloren hat.

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