Fragwürdiger Islamunterricht an Uni Insbruck mit Professorennähe zur IGGiÖ

Seit 2014 wird ander Universität Innsbruck islamische Religionspädagogik unterrichtet. Professor Sejdini war früher für die IGGiÖ tätig.  Foto: Machno / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Seit 2014 wird ander Universität Innsbruck islamische Religionspädagogik unterrichtet. Professor Sejdini war früher für die IGGiÖ tätig.
Foto: Machno / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
7. März 2017 - 10:00

Zekirija Sejdini ist derzeit Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Innsbruck und dort zuständig für das seit 2014 bestehende und österreichweit einzigartige Bachelor-Studium der Islamischen Religionspädagogik. Dieses Studium soll Studenten unter anderem zur Ausübung des islamischen Religionsunterrichts an Volks-, Haupt- und Neuen Mittelschulen in Österreich befähigen. Nicht unumstritten sind jedoch zum einen die Vergangenheit des Professors und so manche Aussagen und zum anderen auch die Praxis des islamischen Religionsunterrichts hierzulande.

Islam-Professor im Dienste der IGGiÖ?

Nicht unumstritten ist die Nähe des Professor zur islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Laut der Seite islam.at war Sejdini Schuraratsvorsitzender und Medienreferent der IGGiÖ. Der Schurarat ist das Legislativorgan der Gemeinschaft und legt deren "Grundsätze und Leitlinien für die Wahrnehmung sämtlicher Aufgaben" fest. Laut eigenen Angaben auf seiner Homepage umfassten die Tätigkeiten Sejdinis für die islamische Glaubensgemeinschaft aber "nur" die stellvertretende Leitung des Schulamtes der IGGiÖ.

In einem erst kürzlich mit dem Standard gehaltenen Interview, spricht Sejdini von "seltenem Kontakt" mit der IGGiÖ-Zentrale in Wien. Mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Titrol verstehe er sich hingegen gut. Trotz berechtigter Kritik an der IGGiÖ halte der Professor die Gemeinschaft jedoch für "eine sehr wichtige österreichische Errungenschaft, die in dieser Form in Europa einmalig ist". Auch der Islam gehöre für ihn zum "Westen", immerhin würden viele Moslems hier leben. Wichtiger sei es gemeinsam gegen radikale Tendenzen vorzugehen.

Kopftuch-Beschluss und andere Skandale der IGGiÖ

Die Islamische Glaubensgemeinschaft fällte erst Mitte Februar einen Beschluss, wonach für „Muslime beider Geschlechter religiöse Kleidungsgebote bestehen“, also eine de facto Kopftuchpflicht für Frauen, unzensuriert.at berichtete. Auch im Zuge der Verschleierungsverbot-Debatte im öffentlichen Dienst, sprach sich die IGGiÖ gegen ein solches aus.

Weitere Skandale betrafen beispielsweise einen palästinensischen Hassprediger, der von der islamsichen Glaubensgemeisnchaft gleich zwei mal nach Wien eingeladen wurde. Ebenso forderte die IGGiÖ noch 2014 eigene islamische Feiertage in Österreich einzuführen. Der ehemalige Grüne Bundesrat Efgani Dönmez kritisierte in der Vergangenheit zudem immer wieder undurchsichtigen Praktiken der IGGiÖ.

Immer wieder Probleme mit Islamschulen

Die Ausbildung zum Islampädagogen steht also durch eine IGGiÖ-nähe unter keinen optimalen und vor allem objektiven Vorraussetzungen. Denn immer wieder gibt es in Österreich Probleme mit Islamschulen oder Islamlehrern, die radikalisieren oder aufhetzen. So rechtfertigte etwa ein Islamlehrer an einer Mittelschule in Graz das Töten von Ungläubigen, ähnliche Fälle sind auch aus Wien bekannt.

Moschee soll Minarett haben

Der in Innsbruck tätige Professor betreibt neben seiner Lehrtätigkeit auch eine Internetseite namens "Islamportal". Diverse Islamexperten bereiten dort islamische Themengebiete wissenschaftlich auf. Unter der Rubrik "Fragen und Antworten" ist auf die Frage, ob Moscheen Minarette benötigen, unter anderem zu lesen:

Auch wenn die Minarette keine religiöse Verpflichtung darstellt, wurde sie ab dem 9. Jahrhundert zum integralen Bestandteil der Moscheearchitektur. Diese Tradition dauert bis zur Gegenwart an. Leider sind die aktuellen Debatten um Moschee- und Minarettbau fernab von jeglicher Sachlichkeit und werden für politische Ziele missbraucht. Unabhängig davon, welche Bedeutung einem Bauteil eines religiösen Objektes beigemessen wird, gehört die Sichtbarkeit der religiösen Objekte zu den Grundelementen einer pluralen Gesellschaft. Sie ist außerdem auch ein Zeichen der Beheimatung für die Zugehörigen der jeweiligen Glaubensgemeinschaft.

Sex-Übergriffe nicht "primär religiös motiviert"

In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung von März 2016 äußerte sich Sejdini auch zu den größtenteils von Moslems begangenen Sex-Übergriffen auf europäische Frauen. Einen regligiösen Hintegrund halte er hier für eine "zu einfache Erklärung". Denn immerhin würde ein gläubiger, frommer Moslem keinen Alkohol trinken, nicht auf Feiern gehen und auch keine fremden Frauen anfassen.

Viel eher seien die Gründe für Sex-Übergriffe und Terrorismus für den Professor mit dem Umfeld des jeweiligen verknüpft und auch damit, dass jemand persönlich oder sozial in Schwierigkeiten gerate.

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