Erdoğan und seine Deutsch-Türken

Rund 3 Millionen Türken leben in Deutschland, die für Erdogan interessant sind. Foto: kremlin.ru / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Rund 3 Millionen Türken leben in Deutschland, die für Erdogan interessant sind.
Foto: kremlin.ru / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
9. März 2017 - 10:22

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat klar gemacht, wo ihre Präferenzen liegen: In der Debatte über die Teilnahme türkischer Politiker an Wahlveranstaltungen in Deutschland hat sie sich nun gegen Auftrittsverbote ausgesprochen. Keine Überraschung, hatte sie doch schon mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan den berüchtigten „Türkei-Deal“ eingefädelt: Die Türkei sichert de facto die EU-Außengrenze, damit Merkel in Sachen Zuwanderung sich weiter im Lichte moralischer Überlegenheit sonnen kann.

Gastkommentar von Harald Vilimsky

Natürlich haben Erdoğan oder seine Minister in einem europäischen Land nichts verloren, wenn sie hier Wahlkampf betreiben wollen. Nicht zuletzt geht es bei ihrer Werbetour um die Einführung einer islamistischen De-facto-Diktatur, was das Ziel des Referendums am 16. April ist. Wer das nicht degoutant genug findet, der verhandelt mit der Türkei auch über einen EU-Beitritt.

Das eigentliche Problem ist aber, dass die rund drei Millionen Türken in Deutschland ein Beispiel dafür sind, wie Integrationspolitik eben nicht funktioniert. Interessant für Erdoğan sind sie ja vor allem deshalb, weil 1,4 Millionen von ihnen dank Doppelstaatsbürgerschaft auch in der Türkei wahlberechtigt sind. Dass große Teile von ihnen an Integration nicht denken und sie sich der Türkei verbundener fühlen als dem Land, in dem sie leben, hat sich nun wieder eindrucksvoll gezeigt. Angesichts der deutschen Ignoranz gegenüber Integrationsproblemen irgendwie auch kein Wunder.

Harald Vilimsky ist Delegationsleiter der FPÖ im Europäischen Parlament und Generalsekretär der FPÖ. Dieser Artikel ist auf der Webseite www.fpoe.eu erschienen.

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