Pietätlos: Berliner Bürgermeister richtete an Terrorschauplatz Grußworte an Islamisten

Am Schauplatz des Terrors, dem Berliner Breitscheidplatz, richtete Bürgermeister Müller Grußworte an Vertreter von Islamistenvereinen. Foto: Andreas Trojak / flickr (CC BY 2.0)
Am Schauplatz des Terrors, dem Berliner Breitscheidplatz, richtete Bürgermeister Müller Grußworte an Vertreter von Islamistenvereinen.
Foto: Andreas Trojak / flickr (CC BY 2.0)
17. März 2017 - 10:41

Den wohl schlimmsten Terrorschauplatz der jüngsten deutschen Vergangenheit hatte nun Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) für sich als Bühne genutzt. An Geschmacklosigkeit wohl kaum zu übertreffen, war dies ausgerechnet auf einer Islamveranstaltung, wie Medien zu berichten wissen.

Veranstalter stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes

Bei dem islamistischen Terroranschlag am 19.Dezember des Vorjahres, verübt durch den tunesischstämmigen Asylwerber Anis Amri, kamen am Berliner Breitscheidplatz 12 Menschen ums Leben, zahlreiche wurden teils schwer verletzt.

An eben diesem Ort sprach Bürgermeister Müller zu Teilnehmern einer Islamveranstaltung. Ein besonders pikantes Detail ist allerdings die Tatsache, dass eben diese Vereine unter Beobachtung des bundesdeutschen Verfassungsschutzes stehen. Wegen ihres Naheverhältnisses zur Muslimbruderschaft ist der Mitveranstalter "Neuköllner Begegnungsstätte", sowie drei weitere an dieser Veranstaltung teilgenommenen  Vereine, seit geraumer Zeit unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Deutscher Zentralrat der Juden ist empört

Nicht alleine ob der Tatsache, dass bei dem Attentat vor der Gedächtniskirche auch eine Jüdin unter den Todesopfern war, zeigt sich der Zentralrat der Juden in Deutschland schockiert und forderte Müller zuvor in einem Schreiben auf, an dieser Veranstaltung nicht teilzunehmen.

Auch soll einer der teilnehmenden Moscheevereine laut Verfassungsschutzbericht aus 2015 als Treffpunkt von Berliner Hamas-Sympathisanten bekannt sein.

Islamexperte warnt – Müller verkennt Strategien der Moscheen

Gegenüber der Welt äußerte sich der seit 2004 in Deutschland lebende israelisch-arabische Islamexperte, Psychologe und Autor Ahmad Mansour dahingehend, als er dem regierenden Berliner Bürgermeister eine Fehleinschätzung der Situation attestierte.

Müller verkenne die Strategie von der Muslimbruderschaft nahe stehenden Moscheen. Diese würden seit Jahren daran arbeiten als politische Partner wahrgenommen zu werden, er erfülle diesen Wunsch indem er am Schauplatz des islamistischen Terrors mit ihnen für Frieden demonstriere, so Mansour.

Kundgebung gegen "Hetze" statt gegen Islam-Terror

Unter dem äußerst medienwirksamen Titel „Gegen das Anwachsen der Hetze gegen Migranten, Muslime und Flüchtlinge" wurde diese alleine ob der gewählten Örtlichkeit höchst dubiose Veranstaltung bei den Behörden angemeldet. Diese Anmeldung erfolgte durch den Verein NBS (Norddeutsche Gesellschaft für Bildung und Soziales), der öffentliche Aufruf stand allerdings unter einem anderen Motto. Da wurde nämlich unter dem Slogan „Religionen für ein weltoffenes Berlin“ zur Veranstaltung eingeladen. Ein breites Bündnis aus Vertretern unterschiedlicher Religionen und Berliner Religionsgemeinschaften wollte damit ein Zeichen für Frieden und Toleranz setzen, heißt es.

Als weiterer Unterstützer schienen die Kirchengemeinde der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche, der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin auf.

Katholische und evangelische Kirche weisen Kritik zurück

Beinahe naiv mutet es an, wenn sowohl die evangelische als auch katholische Kirche jegliche Kritik an der Veranstaltung zurückweisen. Die Sprecherin des evangelischen Pressedienstes erklärte, der Imam der NBS Moschee habe sich klar gegen Islamisten gewandt. Wichtig sei es mit all denjenigen das Gespräch zu suchen und zusammenzuarbeiten, die sich für ein friedliches Miteinander der Religionen und innerhalb ihrer Gruppierungen für eine klare Abgrenzung zum Islamismus einsetzten, so Sprecherin Heike Krohn-Bräuer.

Als Geschenk müsse es gesehen werden, dass mehr als 20 unterschiedliche Religionen mit all ihren konfessionellen Unterschiedlichkeiten gemeinsam für den Frieden beten, ergänzte schließlich noch Frank-Peter Bitter, Geschäftsführer der Katholiken im Erzbistum Berlin.

Erstrebenswert wäre allerdings, wenn sich die Politik nicht für derlei Veranstaltungen instrumentalisieren ließe und Friede nicht nur gebetet sondern vor allem von islamischer Seite auch gelebt werden würde.

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