Türkei kündigt baldigen Dschihad in Europa an

Mevlüt Çavuşoğlu sieht Heilige Kriege in Europa bald kommen.  Foto: Foreign and Commonwealth Office / Wikimedia (CC BY 2.0)
Mevlüt Çavuşoğlu sieht Heilige Kriege in Europa bald kommen.
Foto: Foreign and Commonwealth Office / Wikimedia (CC BY 2.0)

Als Umma wird die Gemeinschaft der gläubigen Muslime weltweit bezeichnet und auch die Türkei sieht sich als moslemisches Land dieser Gemeinschaft von bald zwei Milliarden Mohammedanern zugehörig.

Kommentar von Unzensurix

Das zeigte dieser Tage im Besonderen der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, der ganz im Sinne islamischen Denkens von dem spricht, was die grundsätzliche Absicht der Umma und jener Länder ist, die von der Umma kontrolliert werden und daher zum Dār al-Islām (Haus des Islam) gehören. Denn Mevlüt Çavuşoğlu prophezeit für Europa in naher Zukunft „Heilige Kriege“, wie er anlässlich der niederländischen Wahl der türkischen Tageszeitung Hürriyet mitteilte.

Europäer werden Heilige Kriege auslösen

Und schuld an diesen Kriegen werden die Europäer selber sein, philosophierte der Außenminister, weil - wie er am Beispiel der Niederlande darlegte - es für ihn keine wesentliche Differenzierung zwischen den europäischen Parteien gibt. So sieht er auch keinen Unterschied etwa zwischen den niederländischen Sozialdemokraten und der Partij voor de Vrijheid um Geert Wilders, weil sich beide (allerdings mit unterschiedlicher Intention) gegen Auftritte türkischer Politiker in den Niederlanden ausgesprochen hätten. Daher hätten alle Parteien dort „dieselbe Mentalität“, die sich für ihn in erster Linie gegen die Türkei und daher natürlich ebenfalls gegen die Umma richtet.

Und diese europäische (noch demokratische) Mentalität wird für Çavuşoğlu Europa zum Einsturz bringen, weil man es wagt, der Türkei Grenzen zu setzen, die man einem Land der Umma nach türkischer Vorstellung nie setzen darf.

Die Türkei wird Europa beibringen, wie man mit ihr umzugehen hat

Nach Meldungen der dpa warnte der AKP-Politiker, dass Europa schon lernen werde, wie man mit der Türkei umzugehen habe, andernfalls wird die Türkei nicht umhin kommen, es Europa beizubringen. Auch machte er klar, dass die Europäer von ihrem „befehlenden Diskurs absehen“ müssen, und erklärte eindringlich, „die Türkei befiehlt“, weil sie zur Gemeinschaft der Umma gehöre.

Und diese zwei Milliarden Mohammedaner sind es, mit denen Çavuşoğlu unverhohlen droht, wenn er den Europäern nahelegt, dass man „mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen“ darf.

Forderungen von patriotischen Parteien werden sogar teilweise erfüllt

Doch da man derzeit tatsächlich langjährigen Forderungen von Parteien wie der Partij voor de Vrijheid, dem Front National oder der FPÖ endlich nachkommt und Wahlveranstaltungen der AKP in Europa unterbindet, ist die Drohung beginnender Heiliger Kriege in Europa keineswegs als Warnung zu sehen, dass so etwas nicht geschehen dürfe. Im Gegenteil, die Schuldzuweisung, dass die Europäer selbst dafür verantwortlich sein sollen, wenn der Kontinent mit dem Dschihad überzogen wird, ist nichts anderes als die Ankündigung, dass der Islam sicherlich solange nicht ruhen wird, bis Europa (derzeit noch nicht von der Umma kontrolliert, also noch Dār al-Harb, „Haus des Krieges“) zum Dār al-Islām gehört.

Erdoğan nie wirklich zugehört

Falls nun europäische Politiker wirklich noch glauben, mit Bitten und Betteln (Stichwort: Türkei-Deal) die Türkei zur Räson bringen zu können, haben sie Recep Tayyip Erdoğan entweder von Anfang an nie wirklich zugehört oder bewusst die Ohren vor dem verschlossen, was er schon vor Jahren predigte, nämlich dass „die Demokratie nur der Zug“ sei, „den wir benutzen, um unser Ziel zu erreichen. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Speerspitzen und die Kuppeln unsere Helme“.

Noch immer keine Auseinandersetzung mit dem Islam

Dieser bekannte Satz Erdoğans ist zwar nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen, sondern stammt aus einem religiösen Gedicht des türkischen Schriftstellers Ziya Gökalp. Trotzdem zeigen diese und auch die jüngsten Worte des türkischen Außenministers, dass die Türkei bereit ist, ihren islamischen Weg zu gehen. Dass in Europa hingegen nur wenige bemerken, wie sie von der Türkei vorgeführt werden, liegt daran, dass man noch immer nicht gewillt ist, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Wenn allerdings Europa nach dem Dschihad dann zum Dār al-Islām gehört, ist es leider bereits zu spät.

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