Schock für selbstbestimmte Frauen: Kardinal Schönborn sieht Burka als schützenswertes "religiöses Zeichen"

Ob Kardinal Schönborn (rechts) Außenminister Kurz noch überzeugen kann, von einem allzu rigorosen Burkaverbot abzurücken? Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / flickr (CC BY 2.0)
Ob Kardinal Schönborn (rechts) Außenminister Kurz noch überzeugen kann, von einem allzu rigorosen Burkaverbot abzurücken?
Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres / flickr (CC BY 2.0)
18. März 2017 - 15:06

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn sorgte anlässlich des Abschlusses der Frühjahrstagung der katholischen Kirchenführer in St. Gerold in Vorarlberg einmal mehr für Kopfschütteln. Er verkündete, dass sich Österreichs Bischöfe gegen ein "übertriebenes" Verbot der Vollverschleierung, speziell der Burka aussprechen würden. Insgesamt empfiehlt Schönborn einen "ungezwungenen Umgang" mit religiösen Symbolen.

Burka für Schönborn als "religiöses Zeichen" schützenswert

Einen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Wir wollen nicht eine Gesellschaft, in der religiöse Zeichen einfach verschwinden.“ Das kann nur so verstanden werden, dass die Burka – für viele ein klares Symbol der Unterdrückung von Frauen – vom Kardinal anders betrachtet wird und nicht verschwinden soll. Schönborn erkennt im Tragen der Burka den „Reiz einer pluralistischen Gesellschaft, dass Menschen ihre religiöse Zugehörigkeit auch ausdrücken“.

Statt Verbot klare Definitionen

Die Bischöfe schlagen statt eines Verbots eine klare Definition vor, in welchen Fällen das Gesicht offen gezeigt werden muss, etwa vor Gericht oder an Schulen.

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