Fake News Wochenschau: Wie Sieger zu Verlierern und Verlierer zu Siegern geschrieben werden | Unzensuriert.at

Fake News Wochenschau: Wie Sieger zu Verlierern und Verlierer zu Siegern geschrieben werden

Diese Mienen würden besser zum Wahlergebnis passen als die Jubelbilder in den Mainstream-Medien. Doch wenn sich der linke Schulz (rechts) mit dem "rechtsliberalen" Rutte über eine Niederlage freut, dann hat sich das EU-Establishment gerade noch gerettet. Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY 3.0)
Diese Mienen würden besser zum Wahlergebnis passen als die Jubelbilder in den Mainstream-Medien. Doch wenn sich der linke Schulz (rechts) mit dem "rechtsliberalen" Rutte über eine Niederlage freut, dann hat sich das EU-Establishment gerade noch gerettet.
Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC BY 3.0)
17. März 2017 - 21:25

Eine objektive Analyse des Wahlergebnisses in den Niederlanden und die Berichterstattung darüber in den Mainstream-Medien klaffen weit auseinander. Viele kritische Beobachter einer solchen Form der Berichterstattung fragen sich wohl zu Recht, warum das medial so aufbereitet wird und welches Ziel die Medien damit verfolgen.

Die Antwort ist einfach, jedoch auf den ersten Blick nicht leicht zu durchschauen: Man lügt den Leuten vor, dass in Holland die regierende Koalition einen fulminanten Sieg errungen habe, während Geert Wilders, der Herausforderer der nach wie vor stärksten Partei VVD von Mark Rutte, eine Schlappe eingefahren habe. Die Botschaft soll lauten: Die „bösen Rechtsparteien“ sind am absteigenden Ast, wir dürfen jetzt alle wieder beruhigt sein.

Vergleichende Zahlen und Tabellen fand man in den Medien durchwegs nicht

Das geht dann so: Zahlen darf man nicht sprechen lassen, denn Zahlen lügen nicht. Das ist auch der Grund, warum durch die Bank keine Statistiken und grafisch dargestellte Ergebnisse im im Vergleich zu den letzten Wahlen präsentiert werden. Man schwafelt nur, zeigt Fotos eines jubelnden Rutte, eines Parteichefs, der ein Viertel seiner Stimmen im Vergleich zur letzten Wahl eingebüßt hat.

Sein Regierungs- und Koalitionspartner, die Sozialisten, sind komplett abgestürzt. Das wird nur, wenn überhaupt, am Rande erwähnt. Herr Schulz von der SPD jubelt trotzdem im TV  und das, obwohl die Genossen seiner sozialdemokratischen Schwesterpartei PvdA vom zweiten auf den siebenten Rang zurückfielen und insgesamt 29 Mandate von 38 verloren haben, sich jetzt also mit 9 Sitzen bescheiden müssen. Kann eine Niederlage einer Regierungskoalition noch deutlicher ausfallen, nachdem auch Rutte ein Viertel(!) seiner Mandate einbüßen musste? Dass diese beiden Parteien die Regierungskoalition bildeten, wird ebenfalls in den Medien mehr oder weniger ausgeblendet. Das könnte ja den Jubel trüben!

Die Regierungskoalition verlor 37 von zuvor 71 Mandaten, also beinahe die Hälfte. Ganz im Gegensatz zum „Verlierer“ Geert Wilders, der seine Partei vom dritten Platz weg als nun zweitstärkste Kraft etablieren konnte und fünf Mandate dazugewann. Schauen so Verlierer aus, oder anders rumgefragt: Sind seine politischen Gegner aus der bisherigen Regierungskoalition mit einem Gesamtverlust von  nahezu der Hälfte ihrer Mandate Sieger? Wohl kaum, außer in den Mainstream-Medien!

Aus Verlierern Sieger machen: Keine leichte Aufgabe für „seriöse“ Medien 

Ja, wie macht man das, wie präsentiert man so etwas in den Medien? Dieses Kunststück wollen wir hier genauer betrachten. Würde man einen Lehrstuhl für „Wie produziere ich Fake News“ einrichten, müsste man diese Form der Berichterstattung geradezu als Muster- und Lehrbeispiel anführen:

Heute vom 16. März 2017, Seite 2: „Europa-Trump bei Wahl gestoppt“
Kein Wort über Wahlresultate, keine Zeile  über den Verlust von Rutte, dafür ein Bild eines extrem jubelnden „Gewinner Rutte“. Dafür falsche Zahlenangaben über Wilders PVV (19 Sitze statt richtig 20) mit dem Zusatz: „Unklar ob er Platz 2 schafft“. Unklar? Dafür: „Europa atmet in der Zwischenzeit auf“, geradeso als ob „Europa“ nur als Anhängern der aktuellen Regierungsparteien und unsers Establishments bestehen würde. Null sachliche Information, reine Stimmungsmache, ganz im Sinne politisch gewünschter Vorgaben.

Kurier vom 16. März 2017, Seite 6: „Rutte weist Wilders in die Schranken“
Ebenfalls unterlegt mit Jubelbildern des „Siegers“. Kurios, ein Verlierer mit nahezu 25 % Verlust an Mandaten wird hier als Triumphator über den Gewinner mit plus 5 Mandaten, der immerhin Platz 2 erobern konnte, präsentiert. Da könnte sich der Baron Münchhausen noch einiges abschauen.

Österreich vom 16. März 2017, Seite 6: „EU atmet auf: Rutte stoppt Wilders“
Kein einziger Satz, nicht einmal ein Wort findet sich im Artikel darüber, dass Wilders dazugewonnen hat. Und nachdem es, wenn es Verlierer gibt, zwangsläufig auch Gewinner geben muss, erfährt man in einem Satz des Artikels: „Rutte wird ein Bündnis mit den drei Wahlsiegern suchen: den linksliberalen Demokraten, den Christdemokraten und den Grünen“. Wenn man diesen Satz liest, glaubt man, es habe nur diese 3 Wahlsieger gegeben, nachdem im gesamten Artikel kein Wort über die restlichen Wahlsieger, darunter eben Wilders, zu finden ist.

Rutte segelte auf Wilders-Kurs

Die Ursache, dass Rutte „nur“ 25% der Stimmen verlor und nicht wie sein Koalitionspartner komplett abstürzte, wird medial ebenfalls nur am Rande erwähnt. Rutte war gezwungen, gegen die Türkei einen extrem harten Kurs zu fahren und zwar ausschließlich wegen Wilders. Viele seiner Wähler haben ihm das offensichtlich gedankt. In der oben erwähnten Ausgabe von Österreich wird das natürlich anders dargestellt. Isabelle Daniel erklärt dort den Lesern, „dass Trump Wilders Sieg“ gekostet hat. Hier ist sogar von einem „negativen Trump-Effekt“ die Rede. Indirekt gibt Daniel damit zu, dass die einseitige negative Berichterstattung über Trump in Europa hauptsächlich den Zweck verfolgt, patriotische Kräfte hier als zum Scheitern verurteilt darzustellen. 

Trump-Bashing kennt keine Grenzen

Im Lichte des Trump-Bashings darf dann selbst diese Medien-Pirouette nicht mehr verwundern: Der Rapper Snoop Dogg stellt den US-Präsidenten als Clown dar, richtet eine Waffe auf ihn und drückt ab (Bild berichtet „Snoop Dogg ‚erschießt‘ Präsidenten-Double in Video“). Aus der relativ entspannten Reaktion Trumps, der in einem Tweet hinwies, was wohl wäre, wenn man das mit Obama machen würde, machen die Medien „Trump pöbelt zurück“.

ZDF will tödlichen Luftangriff Russen in die Schuhe schieben

Der Luftangriff auf eine Moschee nahe Aleppo, welcher zahlreiche Menschenleben und Verletzte  forderte, wird vom ZDF ohne jeglichen Beweis mit den Russen in Verbindung gebracht. Und das obwohl die Nachrichtenagentur Reuters da bereits einen amerikanischen Luftschlag meldete: „U.S. air strike killed militants in Idlib: U.S. military"

Bild

ZDF-Text zum Bombardement einer Moschee, Hervorhebung durch unzensuriert.at

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