Smartmeter im Stromzähler: Niederländische Studien ergaben bis zu sechsmal höhere Energiekosten durch ungenaue Messungen.

Bild: EVB Energie AG / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Konsumentenschutz: Ungenaue Smartmeter bei Stromzählern werden Fall fürs Parlament

Die energiepolitische Innovation Smartmeter steht wieder einmal im Visier der Politik. Seit Jahren ein Problemfall für die Datenschützer sind jetzt auch die Konsumentenschützer wegen Smartmeter alarmiert. Eine Anfrage von FPÖ-Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm an den zuständigen Minister Alois Stöger (SPÖ) soll jetzt Aufklärung über Ungereimtheiten bei den digitalen Stromzählern bringen. Laut einer in Medienberichten zitierten Studie der Universität Twente in den Niederlanden kommt es bei Energieverbrauchsmessungen durch Smartmeter zu massiven Abweichungen.

So soll es bei mehr als der Hälfte der von der niederländischen Forschungseinrichtung bekundeten Smartmeter-Anlagen die Anzeige für einen nicht der Realität entsprechenden Mehrverbrauch gegeben haben. Ein Ausreißer zeigte sogar das sechsfache der tatsächlichen Verbrauchsenergie an. Ursache dafür seien Haushaltsgeräte, die für eine Smartmeterabfrage nicht geeignet seien.

Smartmeter: Problem für 5.000 österreichische Stromzähler

In Österreich ist dies ein Problem, das bei der Umrüstung bei bis zu 5.000 Stromzählern bis zum Jahr 2019 auftreten könnte. FPÖ-Konsumentenschutzminister Peter Wurm nimmt hier Minister Stöger in die Pflicht. Dieser soll nun gegenüber dem österreichischen Parlament offenlegen, wie man auf die veröffentlichten Ergebnisse der Studie aus den Niederlanden konsumentenschutzrechtlich reagiert. Gleichzeitig regt Wurm eine Studie des BMASK (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz) für den österreichischen Markt an, um hier Echtdaten für die Konsumenten zu generieren.

Auch eine neuerliche Optingout-Möglichkeit für Energiekunden regt der FPÖ-Abgeordnete in seiner parlamentarischen Initiative bei Stöger an. Der ursprüngliche Widerstand gegen die Einführung des Smartmeter wurde etwa im Jahr 2012 vom zuständigen Energieminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ignoriert. 

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