Befragung des Integrationsfonds: 78 Prozent sagen, der Islam gehört nicht zu Österreich

Fast zwei Drittel der Befragten sehen auch Probleme im Zusammenleben mit Moslems. Foto: unzensuriert.at
Fast zwei Drittel der Befragten sehen auch Probleme im Zusammenleben mit Moslems.
Foto: unzensuriert.at

Seit 2015 wird in Österreich ein sogenanntes Integrationsbarometer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) erhoben. Für das aktuelle Integrationsbarometer (2016) wurden vom Meinungsforscher Peter Hajek 1.000 österreichische Staatsbürger zu verschiedenen Themen befragt: Zusammenleben von Österreichern mit Moslems; Mindestsicherung; doppelte Staatsbürgerschaft; Vollverschleierung; subjektives Sicherheitsgefühl.

60 Prozent sehen schwieriges Zusammenleben mit Moslems

Im Vergleich zu früheren Befragungen wird das Zusammenleben zwischen Einwanderern und Österreichern kritischer gesehen. Am schlechtesten wird das Zusammenleben zwischen Mohammedanern und Nicht-Mohammedanern beurteilt (60 Prozent). Fast ebenso kritisch steht es um das Verhältnis zwischen Österreichern und „Flüchtlingen“ (hier beurteilen 58 Prozent das Zusammenleben als eher oder sehr schlecht).

80 Prozent für Burkaverbot und Moscheen-Kontrolle

Weiters sprechen sich 80 Prozent der Befragten dafür aus, dass Moscheen streng kontrolliert werden, weil sie vermuten, dass dort für den Islam radikalisiert wird. Ebenfalls 80 Prozent wollen ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum, also ein Verbot von Niqab oder Burka. Und 78 Prozent stimmen der Aussage, „der Islam gehöre zu Österreich“, nicht zu.

Gegen Doppelstaatsbürgerschaften

Knapp 75 Prozent lehnen es sehr oder eher ab, dass es die Möglichkeit für eine Doppelstaatsbürgerschaft (etwa eine österreichische und eine türkische) gibt. Über 80 Prozent sprechen sich dagegen aus, den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft zu erleichtern.

Für 89 Prozent sind zu viele oder genug Flüchtlinge in Österreich

Die Beibehaltung der Grenzkontrollen an Österreichs Grenzen möchte eine breite Mehrheit von 84 Prozent. Für 46 Prozent ist die für 2016 beschlossene Maximalzahl von Flüchtlingen (37.500) in Österreich immer noch zu hoch. Etwa 30 Prozent kann sich mit der Anzahl anfreunden und nur eine kleine Minderheit von elf Prozent findet, dass Österreich noch mehr Flüchtlinge aufnehmen soll.

Breite Zustimmung zu Mindestsicherungskürzung für Asylanten

Eine Mehrheit findet sich auch dafür, dass Asylwerber verpflichtend gemeinnützig arbeiten sollen, dass sie einer Residenzpflicht unterliegen und dass sie weniger Mindestsicherung als Österreicher erhalten.

Dass die Mindestsicherung in Oberösterreich für Asylberechtigte von 914 auf 560 Euro gekürzt worden ist, hält eine Mehrheit von 72 Prozent für „richtig“ und 48 Prozent halten diese Kürzung sogar für „sehr richtig“.

Das ÖIF-Integrationsbarometer sieht es als Ziel an, regelmäßig Einstellungen und Stimmungsströmungen zum Thema Integration zu erheben und damit Zahlen und Fakten für die Integrationsarbeit zu liefern.

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