Stermann & Grissemann wünschen sich für ihre letzte Sendung eigenes Begräbnis

Dirk Stermann und Christoph Grissemann finden Norbert Hofer "unsympathisch", "um das Wort ekelhaft zu vermeiden". Foto: Manfred Werner - Tsui / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Dirk Stermann und Christoph Grissemann finden Norbert Hofer "unsympathisch", "um das Wort ekelhaft zu vermeiden".
Foto: Manfred Werner - Tsui / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Am besten wäre ein tatsächliches Begräbnis von uns beiden. Das fände ich schön, wenn zwei Särge in vier Meter Tiefe gehoben werden und Kathi Zechner für uns das Kreuzzeichen macht. Lotte Tobisch und Otto Schenk sollen das dann moderieren.

Christoph Grissemann hat im Interview mit oeticktet.com beschrieben, wie er sich die letzte "Willkommen Österreich"-Sendung im ORF vorstellt.

Tiefpunkt der ORF-Brachialkomiker

Der Grat zwischen Satire und Pietätlosigkeit ist bei den beiden Staatskünstlern Dirk Stermann und Christoph Grissemann immer schon schmal gewesen. In der Sendung am 23. Oktober 2008 erlebten die Österreicher wohl den Tiefpunkt der beiden ORF-Brachialkomiker, als sie sich über den Tod und das Begräbnis Jörg Haiders lustig machten. Die Presse fasste die unglücklichen Gags damals so zusammen:

Stermann (über die Studioband "Russkaja"): "Sie haben auch 1,8 Promille, aber wir wissen wenigstens, was sie in den nächsten 50 Minuten tun."

Stermann: "Was ist los in diesem Land? Es ist der dritte Superstar, der dritte Held - nach Jochen Rindt und Falco - der im Auto verunfallt. Wo ist der ÖAMTC, wenn man ihn braucht?"

Grissemann (über Jörg Haiders Begräbnis): "Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ein bisschen mehr Pathos dabeigewesen wäre. In guten Momenten war das schon so etwas wie Heiligenverehrung. Ich hab noch im Ohr, was die älteren Mitbürger in Kärnten gesagt haben: 'Der Jörg ist immer noch wieder zurückgekommen'."

Grissemann (über angebliche Sichtungen Haiders nach dessen Tod): "Angeblich ist Haider drei slowenischen Hirtenkindern erschienen." Stermann: "Und?" Grissemann: "Abgeschoben."

Grissemann: "Jörg Haider hat angeblich auch zu einer Kärntner Jungfrau gesprochen - aus einer brennenden Ortstafel heraus."
Stermann: "Gibt es auch schon Wunder?" Grissemann: "Ja. Der Kärntner Wirt, bei dem Haider seine letzten Stunden verbracht hat, hat angegeben, dass Haider nur Wasser bestellt hat. Aber einige Gäste haben Wodka-Flasche gesehen."

Stermann: "Das heißt ja, Haider konnte Wasser in Wodka verwandeln!"

Grissemann: Klagenfurter Bürgermeister Scheucher hat beim Begräbnis gesagt: 'Seht, welch ein Mensch!' - also Ecce homo. (...) Der letzte, der das gesagt hat, war Pontius Pilatus über Jörg Christus, äh, Jesus Christus.

Grissemann nennt Hofer "ekelhaft"

In besagtem Interview mit oeticket.com verkünden Stermann und Grissemann wiederum, wie groß ihre Abneigung gegen die FPÖ ist. Grissemann sieht den Dritten Nationalratspräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer "in allem was er tut und ist - um das Wort "ekelhaft" zu vermeiden - unsympathisch und seine politischen Ziele auch nicht gerade als das Wahre". Mit der Hälfte, die Norbert Hofer gewählt hat, hätten sie - so Grissemann - "in unseren Kreisen sowieso nichts zu tun".

"Privatfernsehen ist Grund, dass Leute so verkommen sind"

Wenig überraschend legt sich dann Dirk Stermann für den ORF ins Zeug, indem er die Gebührenerhöhung verteidigt. Sein Argument dafür: Das Privatfernsehen sei der Grund dafür, dass die Leute so verkommen geworden seien. Damit das öffentlich-rechtliche Programm nicht herunternivelliert werde, gehöre es gestärkt. Ob Stermann mit dieser Aussage möglicherweise unfreiwillig in eine Selbstironie getappt ist?

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