Klassische Ehe von Mann und Frau dürfte, auch dank ÖVP, bald Vergangenheit angehören

Bei der katholischen Kirche beißt man bei der Homo-Ehe noch auf Granit. Foto: Ewald Gabardi / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Bei der katholischen Kirche beißt man bei der Homo-Ehe noch auf Granit.
Foto: Ewald Gabardi / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
2. April 2017 - 11:04

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Seit Samstag, 1. April (kein April-Scherz), steht homosexuellen Paaren das Standesamt für die sogenannte Verpartnerung offen. Durch diese Vor-Variante der Homo-Ehe kann man nun einen „gemeinsamen Familiennamen“ führen.

Gemeinsamer Nach- wird nun gemeinsamer Familienname

Die ÖVP, die lange gegen diese Verpartnerung am Standesamt Vorbehalte hatte, schoss sich nun namens Familienministerin Sophie Karmasin einer dementsprechenden SPÖ Aussendung an.

Bisher mussten Homosexuelle für ihre Engetragenen Partnerschaften den Weg auf die Bezirkswahlbehörden machen. Auch gab es keinen gemeinsamen „Familiennamen“, sondern nur einen gemeinsamen „Nachnamen“, wodurch auf Dokumenten ein Unterschied zur Ehe gemacht wurde.

Unterschiede nur noch minimal

Sophie Karmasin meinte in ihrer Aussendung, es wäre egal, ob es sich um „klassische Vater-Mutter-Kinder-Familien, Patchwork, Alleinerziehende oder Regenbogenfamilien“ handelt, „Familie ist dort, wo Liebe ist“. Daher lobt sie ihren Einsatz dafür, „dass die Verpartnerung vor dem Standesamt nun endlich Realität geworden ist.“ Der Weg zum Standesamt bringt für die Ministerin eine eindeutige Verbesserung in der Lebenssituation der homosexuellen Paare. Somit würden die Unterschiede zwischen Ehe und Eingetragener Partnerschaft nur noch minimal sein (noch heißt es „verpartnern“ und nicht „heiraten“.)

ÖVP von SPÖ weichgeklopft

Für die SPÖ ist allerdings die Eingetragene Partnerschaft am Standesamt zu wenig. Sie will, dass man auch diesen Schritt völlig der Ehe gleichstellt, was sowohl Andrea Brunner, Bundesfrauengeschäftsführerin der SPÖ-Frauen, und Peter Traschkowitsch, Vorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie & Homosexualität) betonten. Dennoch zeigen sie sich erfreut, dass die ÖVP endlich auf den Zug aufgesprungen ist, der auf Mann und Frau beschränkten Ehe den Garaus zu machen. Für sie hat sich bei der ÖVP mit der Öffnung der Standesämter „das Bohren harter Bretter“ ausgezahlt.

Für traditionelle Familienwerte

Dass die Homo-Ehe nicht nur Befürworter hat, zeigte eine Demonstration aus Paris, wo im Oktober 2016 knapp 200.000 Menschen für traditionelle Familienwerte und gegen die in Frankreich seit 2013 legalisierte Homo-Ehe auf die Straße gingen (unzensuriert berichtete).

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