Arbeitsmarktservice: Bereits 6.816 Asylanten länger als 365 Tage ohne Jobaufnahme

Beim AMS drängen immer mehr Betreuungsfälle aus dem Asylanten-Milieu in die Lanzeitarbeitslosigkeit. Foto: © AMS / Petra Spiola
Beim AMS drängen immer mehr Betreuungsfälle aus dem Asylanten-Milieu in die Lanzeitarbeitslosigkeit.
Foto: © AMS / Petra Spiola
10. April 2017 - 10:49

Die österreichische Willkommenskultur und dadurch bedingte Anerkennung von Asylgründen hinterlässt nachhaltige Spuren in der Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS). Im Jahr 2016 waren allein 6.816 Asylanten und subsidiär Schutzberechtigte beim AMS ohne eine Jobaufnahme innerhalb von 365 Tagen registriert. Von diesen 6.816 Asylanten waren 1.133 Personen als langzeitarbeitslos und 5.683 als langzeitbeschäftigungslos gemeldet, wie eine Anfragebeantwortung von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) ergibt.

Die Erfassungskriterien langzeitarbeitslos und langzeitbeschäftigungslos unterscheidet das AMS folgendermaßen:

Als Langzeitarbeitslose im AMS werden für die Beantwortung diejenigen Personen ausgewertet, die mehr als 365 Tage praktisch durchgehend beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet sind. Eine Person ist langzeitbeschäftigungslos, wenn die Summe der (Netto-)Dauer von Arbeitslosigkeit, Lehrstellensuche und Schulungsteilnahme und anderen relevanten AMS Vormerkzuständen ein Jahr überschreitet.

AMS: Zeiträume ohne Job steigen weiter stark an

Dieser Turbo durch Asylanten bei Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitbeschäftigungslosigkeit heizt die schwierige Situation beim AMS weiter an. Wie die zuletzt für den März 2017 erhobenen Daten ergeben, gibt es hier insgesamt weiter Steigerungen ohne Aussicht auf eine Trendumkehr. Bei den langzeitarbeitslosen Personen kam es etwa gegenüber März 2016 zu einer Steigerung um 5.030 oder plus 9,2 Prozent auf 59.766, bei den langzeitbeschäftigungslosen Arbeitnehmern 1.351 oder plus 1,1 Prozent auf 123.891.

Diese Entwicklung belastet nicht nur das AMS-Budget mit den Ausgabenpositionen Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Schulungsförderungen sondern auch die von Bund, Ländern und Gemeinden zu stemmenden Budgets für die Mindestsicherungsbezieher. 

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