Google lässt Wahrheitsgehalt seiner Suchergebnisse von fragwürdigen „Faktenprüfern“ bestimmen

Google-Suchergebnis mit Faktenprüfung durch PolitiFact Foto: Bildschirmfoto
Google-Suchergebnis mit Faktenprüfung durch PolitiFact
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9. April 2017 - 10:26

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Google hat in seinem offiziellen Blog angekündigt, seinen Benutzern künftig mitzuteilen, wie vertrauenswürdig Informationen sind. Die Beurteilungen können „wahr“ oder „falsch“ lauten, aber auch Ausdrücke wie „teilweise wahr“ oder „meistens falsch“ sind möglich.

"Faktenprüfer" liefern Bewertungen

Diese Einstufungen stammen von so genannten Faktenprüfern. Diese Organisationen veröffentlichen Artikel, in denen bestimmte Behauptungen auf deren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Diese Artikel scheinen dann in der Trefferliste bei Google auf, wobei die Klassifizierung des Wahrheitsgehalts direkt in der Trefferliste unterhalb des Links zu dem Artikel angezeigt wird. Der Benutzer bekommt somit das Urteil des Faktenprüfers schon in der Trefferliste präsentiert, ohne die Seite des Faktenprüfers besuchen zu müssen.

Die Faktenprüfung bei Google hat vier Bestandteile, die bei den Suchergebnissen in dieser Reihenfolge angeführt werden:

  • Die Behauptung, die überprüft wurde
  • Der Urheber der Behauptung (hier kann auch bloß „Internet” stehen)
  • Der Name des Faktenprüfers
  • Die Einstufung der Behauptung durch den Faktenprüfer

Diese Neuerung wird von Google durch Altruismus erklärt: Google sei gegründet worden, um den Menschen dabei zu helfen, nützliche Informationen zu finden. Jede Minute würden tausende neue Artikel erscheinen, und dies mache es für die Menschen schwer, nützliche Inhalte herauszufiltern. Noch dazu seien nicht alle Artikel wahr und die Menschen hätten Schwierigkeiten, Wahres von Falschem zu unterscheiden.

Undurchsichtige Kriterien für die Auswahl der Faktenprüfer

Google hält sich bedeckt, wie die Faktenprüfer ausgewählt werden. Es wird nur angegeben, dass deren Vertrauenswürdigkeit durch einen nicht näher definierten Algorithmus festgestellt werde. Die sonstigen Kriterien, denen die Faktenprüfer entsprechen müssen, bestehen im Wesentlichen aus technischen und formalen Richtlinien. Das Kriterium der politischen Unabhängigkeit oder Regeln die Finanzierung betreffend sucht man vergebens. Die Verantwortung für die Behauptungen der Faktenprüfer wird an den Benutzer abgeschoben: Wenn man mit der Bewertung einer Aussage durch den Faktenprüfer nicht einverstanden ist, solle man sich nicht an Google, sondern direkt an den Faktenprüfer wenden, da Google nicht verantwortlich sei.

Probephase bereits seit Oktober 2016

Bereits im Oktober 2016 wurde die Faktenprüfungsfunktion bei „Google News“ in einigen Ländern getestet. Nun hat Google diese Funktion auch in seine allgemeine Suchfunktion eingebaut. Diese Entwicklung befindet sich jedoch erst am Anfang. Gegenwärtig ist diese Funktion erst bei wenigen Suchbegriffen verfügbar. Es ist laut Google auch möglich, dass mehrere Faktenprüfer zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen und diese dem Benutzer angezeigt werden.

Fragwürdige Faktenprüfer

Die Faktenprüfung wird nicht von Google selbst, sondern von externen Organisationen durchgeführt. Es gibt bereits 115 solcher Organisationen, die über die ganze Welt verstreut sind. In vielen Ländern gibt es noch keine Faktenprüfer, z. B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Tschechien ist jedoch schon eine solche Organisation vertreten, die sich „demagog.cz“ nennt. Die Organisation wird unter anderem von der EU-Kommission finanziert, aber auch durch den „Open Society Fund“, der zum Netzwerk des George Soros gehört. Soros ist Geldgeber für die politische Linke in verschiedenen Ländern und gilt als Drahtzieher der illegalen Einwanderung nach Europa und der Zerstörung der souveränen Nationalstaaten.

Die meisten Faktenprüfer sind in den USA ansässig, z. B. Politifact oder NPR. Beide Organisation werden unter anderem von der Bill- und Melinda-Gates-Stiftung gefördert. Diese Stiftung ist ebenfalls im linksliberalen Spektrum zu verorten. Sie arbeitet eng mit der Stiftung von Hillary und Bill Clinton zusammen. Bis 2014 förderte sie Planned Parenthood, die größte Abtreibungsorganisation in den USA. Andere Faktenprüfer werden von großen, etablierten Mainstream-Medien wie New York Times, CBS, NBC oder CNN unterhalten, die von Donald Trump allesamt als Verbreiter von Fake News und Feinde des Amerikanischen Volkes bezeichnet wurden. In Großbritannien tritt die politisch korrekte BBC unter der Bezeichnung „BBC Reality Check“ als Faktenprüfer auf.

Fazit

Die Objektivität von Faktenprüfern, die derartige Geldgeber besitzen, darf in Zweifel gezogen werden. Es bleibt dem Benutzer offensichtlich nicht erspart, die Quellen selbst zu prüfen, da die Faktenprüfer nicht neutral und zuverlässig erscheinen. Man kann die Faktenprüfung übrigens umgehen, wenn man statt Google die Seite startpage.com verwendet. Diese bietet dieselben Suchergebnisse wie Google, indem sie die Suchanfrage anonymisiert an Google weiterleitet. Neben der Faktenprüfung erspart sie dem Benutzer auch die personalisierte Werbung sowie die Sammlung persönlicher Daten durch Google.

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