Puls 4 denunziert unzensuriert als "Fake-News-Seite", liefert aber keine Beweise

Die als politisch links bekannte Puls 4-Redaktion geht wieder einmal auf unzensuriert los - wir leben damit. Foto: Screenshot / www.puls4.com
Die als politisch links bekannte Puls 4-Redaktion geht wieder einmal auf unzensuriert los - wir leben damit.
Foto: Screenshot / www.puls4.com
10. April 2017 - 17:41

Der private Fernsehender Puls 4 sah sich in seinem Frückstücksfernsehen bemüßigt, seinen Zusehern zu erklären, was "Fake News" sind. Angeblich sei es schon jetzt das "Unwort des Jahres 2017". Im Zuge dessen wurde auch unzensuriert erwähnt und prompt als "professionelle Fake-News-Seite" denunziert.

Für Puls 4 sind unzensuriert, Breitbart & Co. "Fake-News"-Seiten

Zu Beginn werden von den Moderatoren einige Beispiele sogenannter "Fake-News" genannt, die mit der Berichterstattung von unzensuriert zwar nicht das geringste zu tun haben (etwa gefälschte Berichte über Lottogewinner), sich aber dennoch gut für die Stimmungsmache eignen. 

Viele Falschnachrichten würden im Internet vor allem auf Facebook verbreitet. In Österreich gebe es jedoch noch keine Kontrollmechanismen des Konzerns. Dennoch klärt uns der Sender auf: "Fake-News" erkennt man unter anderem an "überspitzten Schlagzeilen", "nicht vertrauenswürdigen Quellen", wenn es nicht gar um Satire (dabei wird die Seite der Tagespresse eingeblendet) oder um eine "professionelle Fake-News-Seite" (dazu wird unzensuriert gezeigt) handle.

In einem kürzeren Beitrag für die Sendung "Fourlaut" wird der Vorwurf dann auch ausgesprochen. Puls 4 im Wortlaut:

Sie heißen Unzensuriert.atKopp-Verlag oder Breitbart News. Plattformen, getarnt als seriöse Nachrichtenseiten. Ihre Mission: Gezielt Fake-News verbreiten und in sozialen Netzwerken tausendfach geteilt werden.  

Kreditschädigender Vorwurf, aber nicht die Spur eines Beweises

Natürlich wird von Puls 4 mit keinem Wort auf angebliche "Fake-News" von Unzensuriert eingegangen. Als pauschale Rechtfertigung und anscheinend als Beispiel wird der Screenshot einer Meldung über eine mögliche Demenz-Erkrankung von Alexander Van der Bellen eingeblendet, jedoch von einer völlig anderen, nicht näher ersichtlichen Webseite/Quelle. Das genügt dem Privatsender, um eines der erfolgreichsten alternativen Onlinemedien im deutschsprachigen Raum zu diskreditieren und der Verbreitung von "Fake News" zu bezichtigen. 

Dubioser Verein Mimikama gilt als Experte in Sachen "Fake-News"

Just bei dem vom Bildungsministerium ohne Auftragsausschreibung mit 20.000 Euro geförderten und aus steuerrechtlicher Sicht dubiosen "Aufdecker-Verein" Mimikama holte sich der Sender seine "Hintergrundinformationen" über sogenannte "Fake-News". Dort erklärte Mimikama-Mitarbeiter Andre Wolf, wie man "Fake News" erkennt und was man dagegen tun kann. 

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