Für besonders unkritische Berichterstattung wurde Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung als Preisträger ausgewählt.

Bild: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)
Schlüsselperson der Kumpanei zwischen Politik und Medien: Negativpreis an Heribert Prantl

Für „besonders willfährige Regierungsberichterstattung“ verleiht seit Kurzem der „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ einen Preis an Medien und Journalisten. Wer es schafft, einen besonders unkritischen und vor dem politischen System gebückten Artikel zu schreiben, wird mit der „Goldenen Hoftrompete“ ausgezeichnet. Während es im Monat Februar die Frankfurter Allgemeine Zeitung vor lauter Lobhudelei für die Regierung geschafft hat, ist nun die Süddeutsche Zeitung mit Kolumnist und Chefredaktionsmitglied Heribert Prantl, an der Reihe.

Negativpreis für unkritisches Schreiben

„Der kritische Medienpreis wird von der konservativen Denkfabrik 'Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten' verliehen, um unkritische Hofberichterstattung anzuprangern und Journalisten an ihre Verantwortung zu erinnern, die Mächtigen durch uneingeschränkte und unvoreingenommene Berichterstattung zu kontrollieren“, heißt es in der Preisbeschreibung.

Kumpanei von Politikern und Journalisten

Heribert Prantl erhält den Negativpreis für sein publizistisches Gesamtwerk, in dem er während Bundeskanzlerin Angela Merkels Devise „Wir schaffen das“ zu neuen Höchstformen aufgelaufen sei: „Heribert Prantl ist die Inkarnation der stillschweigenden Kumpanei von Politikern und Journalisten, die sich als Teil einer 'politisch-medialen Klasse' verstehen und gemeinsam die Bürger bevormunden und belehren wollen“, begründet der Sprecher des Vereins, David Bendels, seine Wahl.

Hofberichterstattung durch Verschweigen unangenehmer Tatsachen

Hervorgegangen ist der Verein aus einer Bürgervereinigung in Stuttgart, die politisch und konfessionell unabhängig agiert und mittlerweile von mehr als 12.000 Bürgern in Deutschland unterstützt wird. Zuletzt veranstaltete er gemeinsam mit dem Studienzentrum Weikersheim einen vielbeachteten Vortrag mit Thilo Sarrazin, in dem der ehemalige SPD-Politiker erstmals über die Posse des gegen ihn von Sigmar Gabriel angestrengten Parteiausschlussverfahrens erzählte. Es blieb unzensuriert.de vorbehalten, diese spannenden Passagen öffentlich bekanntzumachen. Auch das Verschweigen für die Regierenden unangenehmer Tatsachen ist ein häufiger Fall von Hofberichterstattung.

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