Fake News Wochenschau: Die krampfhaft herbeigeschriebene Hoffnung auf „rechte“ BVB-Attentäter

Islamisten passen trotz Bekennerschreiben am Tatort nicht so gut ins Medienkonzept. Quasi auf Bestellung trudelte dann beim Tagesspiegel ein rechtes Bekenntnis zur Attacke auf den BVB-Bus ein. Foto: Unzensuriert.at
Islamisten passen trotz Bekennerschreiben am Tatort nicht so gut ins Medienkonzept. Quasi auf Bestellung trudelte dann beim Tagesspiegel ein rechtes Bekenntnis zur Attacke auf den BVB-Bus ein.
Foto: Unzensuriert.at

Bereits unmittelbar nach dem Anschlag auf den Bus mit den Spielern von Borussia Dortmund glaubte man als Zuhörer der Live-Berichterstattungen, sich in einer Märchenstunde für Kleinkinder zu befinden. In den Reportagen, die anstelle des abgesagten Fußballspieles stattfanden, wurde, wie nach jedem der jüngsten Terroranschläge herumgerätselt, ob das jetzt überhaupt ein Terroranschlag sei oder nicht.

Erste Hoffnung: „Lausbubenstreiche“ oder „geistig Verwirrte“

Zur Auswahl standen als mögliche Täter sogenannte Islamisten oder Fußballfans bzw. schlicht Geistesgestörte. Im ersten Fall würde es sich dann um einen Terrorakt handeln, im zweiten um einen „Lausbubenstreich“(!), so ein Terrorexperte  im SKY-TV. Auch der bereits nach jeder Terrorattacke obligate „geistig Verwirrte“ sollte uns wieder verständlich machen, dass Sprenggläubige bzw. gottesfürchtige Halsabschneider aus dem Kreis der Bereicherer natürlich nichts mit nichts zu tun haben. Von einem „Unfall“ konnte man da nur schwer sprechen, aber einen solchen gab es natürlich laut TV-Berichten heute in Mallorca, als ein Marokkaner in eine Personengruppe fuhr, da er die „Kontrolle über sein Fahrzeug“ verlor so n-tv.

In der Berichterstattung über die aktuelle Lage rund um den Terroranschlag erfuhr man in einer übertragenen Pressekonferenz von einer Staatsanwältin, dass zwar ein Bekennerschreiben aufgetaucht ist, nichts jedoch über den Inhalt von drei gleichlautenden Schreiben, die in unmittelbarer Nähe des Tatortes gefunden wurden.

Inhalt der Bekennerschreiben lange Zeit vertuscht 

Es verwunderte schon einigermaßen, dass man über den Inhalt der Bekennerschreiben, praktisch nichts zu hören bekam. Vermutlich muss jede Information die nach außen dringt, erst von oben abgesegnet werden, speziell wenn sie den Regierenden nicht in den Kram passen könnte.  Eine Tradition, die man von den damaligen Ostblock-Ländern übernommen hat. Und so konnte man die tollsten Überlegungen, wer denn hinter dem Anschlag stecken könnte, in den letzten Tagen quer durch die ganze Medienlandschaft lesen. Es werde in „alle Richtungen“ ermittelt, hieß es überall und seit wenigen Stunden hat man auch „rechte“ Kreise im Visier. Dazu dann später, gehen wir der Reihe nach vor.

Musterbeispiel von Fake News in den Salzburger Nachrichten

Im letzten Absatz auf Seite 21 des Artikels „Dem Terror nicht gebeugt“ aus der Printausgabe der SN vom 14. April verbirgt sich Desinformation pur: Selbst als andere Medien Inhalte aus dem Bekennerschreiben wiedergeben (durften), welche glasklare „Hinweise auf eine Gruppe“ sehr wohl zulassen, streiten die SN das munter ab:

Der Inhalt (der drei Bekennerschreiben, Anm.) brachte keine Hinweise auf eine Gruppe. […] Die Täter könnten auch gewaltbereite Fussballfans sein.

Bezogen auf dieses Bekennerschreibens, egal ob echt oder nicht, können die Täter nur schwerlich gewaltbereite Fussballfans sein, weil das Bekennerschreiben eindeutig auf den Kriegseinsatz der Luftwaffe der Bundesrepublik Deutschland unter US-Oberkommando im Nahen Osten Bezug nimmt.

Deutsche Syrien-Beteiligung wird vertuscht

Ist es dieses militärische Engagement, welches man nicht auf die große Glocke hängen will? „Schmeckt“ dieses tatsächliche oder vermeintliche „Bekennerschreiben“ gewissen Kreisen deshalb nicht?

Das könnte die vornehme Zurückhaltung punkto Veröffentlichung eventuell erklären. Erst relativ spät und nachdem sich die emotionale Erregung über den Anschlag stündlich verringert hat und wir uns bereits mit dem Osterhasen beschäftigten, konnte man nachlesen, was in dem Schreiben stand:

Hier das Bekennerschreiben (Rechtschreibfehler im Original):

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen,

12 ungläubige würden von unseren Gesegneten Brüder in Deutschland getötet. Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden. Jedoch wir bleiben standhaft durch die Gnade Allahs.

Ab sofort stehen alle ungläubigen Schauspieler, Sänger, Sportler und Sämtliche prominente in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen auf Todesliste des Islamischen Staates.

Und das solange die folgenden Forderungen nicht erfüllt werden: 

- Tornados aus Syrien abziehen.

- Ramstein Air Base muss geschlossen werden.

Auch linkes Bekennerschreiben plötzlich aufgetaucht

Auf der Webseite linksunten.indymedia.org ist dann noch ein linkes Bekennerschreiben aufgetaucht. In diesem politisch korrekt gegenderten Elaborat wird als Grund für den Anschlag angegeben, dass der BVB sich angeblich nicht genügend „gegen Rassist_innen,  Nazi_innen und Rechtspopulist_innen“ einsetze. Spieler habe man nicht verletzen wollen, der Bus hingegen als Symbol für zu wenig Einsatz gegen Rassismus und Rechtspopulismus sei Ziel des Anschlages gewesen.

Die linkslinken Beteiber_innen von Indymedia haben inzwischen diese linke Frohbotschaft wieder entfernt, was durchaus Sinn macht. Denn die Antifa-Bewegung mit Terroranschlägen in Verbindung zu bringen, würde sich nicht gut machen, wenn diese Stiefeltruppe der Machteliten, dieser verlängerte gewalttätige Arm des linken Establishments wieder auf Teilnehmer von Zusammenkünften Andersgesinnter losgelassen wird. Dabei ist es egal ob es sich dabei um Demonstration, Kongresse, Parteitage oder in Österreich sogar um Ballveranstaltungen handelt.

Da ist es wohl weitaus effektiver, den Verdacht in Richtung „rechts“ zu verschieben, um den Druck auf Bürger zu erhöhen, die nicht mehr länger gewillt sind zuzuschauen, wie der abendländische Charakter unserer Heimatländer gegen einen islamisch-nordafrikanischen getauscht wird. Außerdem lassen sich so weitere Millionen im „Kampf gegen Rechts“ leichter lockermachen. 

Elsässer: „UNFASSBAR! – Lügenpresse schiebt BVB-Anschlag COMPACT und Elsässer unter“

Ohne jeglichen Anhaltspunkt oder irgendeinem Verdacht wurden plötzlich Fake News verbreitet, die „rechte“ Kreise irgendwie in die Angelegenheit verwickelt sehen wollen. Den Vogel dabei schoss wohl der Focus am Freitag ab, welcher das COMPACT Magazin und dessen Herausgeber Jürgen Elsässer mit dem Anschlag in Verbindung bringt.

Unter der Überschrift „Bombenanschlag auf den BVB: Jetzt führt die Spur nach Leipzig“, liest man dort:

Inspiriert durch „Compact“-Texte?

Ein möglicher Racheakt, so die Ermittlerthese, für die Attacken durch einen BVB-Mob beim Heimspiel gegen RB Leipzig auf gegnerische Anhänger Anfang Februar. Inspiriert durch „Compact-Texte“, so der Verdacht, fertigten die Täter fingierte Bekennerschreiben an, um den Angriff mit Splitterbomben auf das BVB-Gefährt der militanten Islamisten-Szene in die Schuhe zu schieben“. [...] Bei seiner Rede auf der Legida-Demo im Februar 2015 wetterte Compact-Herausgeber Elsässer gegen den Islamistischen Terror. Lautstark forderte der Rechtsaußen zudem: „Ami go home“.

Sollte man im Umkehrschluss den islamischen Terror loben und gleichzeitig die Amis anflehen, mit ihrer Militärmaschinerie in Europa zu bleiben, um sich nicht verdächtig zu machen? Wer das macht, wäre wohl ein Fall für die Gerichte oder die Medizin.

Dass man mit derartig an den Haaren herbeigezogenen Argumenten mit Sicherheit kaum eine „antifaschistische“ Breitenwirkung erzielen kann, liegt irgendwie auf der Hand. Da würde sich wohl ein rechtes Bekennerschreiben besser machen und das ließ nicht lange auf sich  warten.

„Rechtes“ Bekennerschreiben herbeigesehnt – bestellt und geliefert

Und so ging beim Berliner Tagesspiegel am 14. April ein weiteres Bekennerschreiben ein. Diesmal ein rechtes samt Hitler-Bezug und Drohungen gegen Demonstranten, die den kommenden AfD-Parteitag in Köln verhindern wollen. Hitler, AfD - ein richtiger Jackpot also. Und der Tagesspiegel schreibt unter anderem , dass aus Sicherheitskreisen verlaute, dass das Bekennerschreiben mit dem Anschlag zu tun haben könne, es könnten „aber auch ein Trittbrettfahrer sein“. 

Selbst dann bleibe die Mail riskant. Die Ankündigung von Gewalt gegen Demonstranten, die sich der AfD entgegenstellen wollen „kann Extremisten von rechts und links anstacheln, ebenfalls militant aktiv zu werden.“

Und selbst hier steckt bereits eine kleine Fake-News-Lüge drinnen, denn „Extremisten von Links“ sind bereits militant aktiv, dazu bedarf es keiner „rechten“ Bekennerschreiben, da genügen schon friedliche Zusammenkünfte anständiger Bürger, die um ihre Heimat besorgt sind.

Linke wollen aus Anschlag Kapital schlagen

Zusammenfassend ist festzustellen, dass es bis jetzt ausschließlich linke Kreise sind, die aus diesen Anschlägen Kapital schlagen wollen, um Andersdenkende zu diffamieren. Eine seriöse Berichterstattung hat nicht Beschuldigungen auszusprechen, solange über diesen hinterlistigen Vorfall nichts Genaues bekannt ist außer, dass der Anschlag sehr professionell durchgeführt wurde und die Zünder aus Militärbeständen stammen sollen. Somit fallen zumindest die vom Focus verdächtigten Anhänger des RB Leipzig als Täter eher aus. Die jubeln nämlich lieber ihrer erfolgreichen Mannschaft zu, die es im Tor ihrer Gegner krachen lässt und nicht vor Bussen.

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