Kern blamiert sich mit gestelltem Pizza-Video

Kanzler Kern bei seinem hungrigen SPÖ-Genossen Ralf T. Foto: screenshot; youtube/spoevideos
Kanzler Kern bei seinem hungrigen SPÖ-Genossen Ralf T.
Foto: screenshot; youtube/spoevideos
20. April 2017 - 16:27

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) präsentiert sich in einem Video namens „Pizza & Politik? Kern liefert“, in welchem er, als Pizzabote verkleidet, Familien besucht, um mit ihnen über Politik zu reden: „Ich wollte mit euch plaudern, weil ich mir gedacht habe, das ist eine gute Gelegenheit, um Leute kennen zu lernen. Und ein bisschen zu hören, was ihr so von der Politik erwartet, was wir für euch tun können“, gibt der Kanzler gleich im ersten Haushalt von sich.

Inszenierung mit SPÖ-Funktionär?

Doch schon kurze Zeit nach der Veröffentlichung werden erste Stimmen laut, die das Video, das wohl das Image der SPÖ, aber vor allem seiner Person etwas aufpolieren soll, als Fake entlarven.

Tatsächlich ist auffällig, dass es sich gleich bei den ersten Kunden um die Familie von Ralf T. handelt. Er war SPÖ-Kandidat im Wiener Bezirk Landstraße und ist Mitarbeiter im SPÖ-geführten Sozialministerium. Ob T. und Kern einander kennen, ist nicht bekannt. Der Zufall, gleich beim ersten Besuch einen besonders engagierten Genossen zu erwischen, wäre angesichts der schwindender Mitglieder- und Aktivistenzahl der SPÖ aber bemerkenswert.

SPÖ dementiert Inszenierung

Die SPÖ dementiert dennoch eine Inszenierung der Pizzabesuche:  "Alle im Video vorkommenden Menschen sind Kunden der Pizzeria „That's Amore“ in Wien-Landstraße und alle wurden überrascht, das ist an den Gesichtern der Menschen auch deutlich zu erkennen", so Georg Niedermühlbichler, Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokraten.

Häme aus ÖVP und FPÖ

In der ÖVP ist man sich bereits sicher, dass es sich um eine Fälschung handelt, Kern wird unterstellt, er habe „mehr Freude am Wahlkampf, als an der Arbeit für die Republik“, der Kanzler bleibe „seiner Linie von 95 Prozent Inszenierung treu.“ Auch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl kritisiert Kerns Neigung zu Show statt Arbeit: „Negativ überrascht von diesem seltsam anmutenden Video sind aber wahrscheinlich vor allem die Österreicher, die eigentlich von einem österreichischen Bundeskanzler erwarten, dass er die unzähligen Baustellen wie etwa im Gesundheitswesen, im Bildungssystem oder am Arbeitsmarkt abarbeitet und nicht, dass er nach DDR-Manier seine Genossen mit Essen versorgt.“

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