Viele afrikanische Kinder leiden unter hoher Bleibelastung, weil ihre Mütter Lehmerde essen.

Foto: Bild: Thomas Schoch ,/ Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Seltsame Sucht: Afrikanische Mütter essen Erde und machen damit ihre Babys krank

Falsche Ernährung kann die Gesundheit gefährden. Mit dieser Tatsache sind vor allem afrikanische Babys konfrontiert. Der Grund dafür besteht in den Ernährungsgewohnheiten ihrer Mütter, die bereits während der Schwangerschaft belastete Erde zu sich nehmen.

Essen von Erde ist Sucht

Laut einer Studie der Medizinischen Universität Wien nehmen etwa in Afrika bis zu 80 Prozent der Menschen Erde zu sich, im Fachjargon wird diese Ernährungsform Geophagie genannt.

Die Wiener Mediziner führen diese Ernährungsform auf ein spezifisches Suchtverhalten zurück. Die Mütter und deren Kinder leiden in weiterer Folge unter hoher Bleibelastung. Die Forscher zum Vergleich zwischen afrikanischen und österreichischen Neugeborenen, deren Nabelschnur untersucht wurde:

In der Demokratischen Republik Kongo haben wir bei Neugeborenen eine mittlere Bleibelastung von 60 Mikrogramm Blei pro Liter Blut gefunden. Zum Vergleich ist die Bleibelastung bei Neugeborenen in Österreich deutlich niedriger, wir finden im Mittel nur 13 Mikrogramm Blei pro Liter. Die amerikanische Gesundheitsbehörde sieht Belastungen, die 50 Mikrogramm pro Liter übersteigen als so bedenklich an, dass sie gezielte Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Reduktion dieser Belastungen empfiehlt.

Erde essen hat für Afrikaner Belohnungsfunktion

Für viele Afrikaner habe der Verzehr von Erde eine Art Belohnungsfunktion. Sie werde als Snack konsumiert, um die Folgen anderer Ernährungsgewohnheiten auszugleichen, wie die Wiener Wissenschaftler festgestellt haben: 

Diese Menschen konsumieren Lehmerde oft als Snack zwischendurch und berichten, dass sie ohne die Substanz nicht auskommen können.

Viele afrikanische Frauen ernähren sich hauptsächlich von Mais, Maniok und Bohnen. Die lehmartige Erde erfülle hier oft die Funktion von Kohletabletten, etwa gegen Durchfallserkrankungen. Die Ernährungsgewohnheit des Erde-Verzehrs werde auch durch afrikanische Migranten in Europa weiterbetrieben, wie die Wissenschaftler der MedUni Wien weiter ausführten. 

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