SPÖ-Unterrichtsministerin: Lügen über "Gewalt gegen Ausländer" in Schulaufgabe erlaubt | Unzensuriert.at

SPÖ-Unterrichtsministerin: Lügen über "Gewalt gegen Ausländer" in Schulaufgabe erlaubt

Wenn Lehrer im Unterricht mit falschen Behauptungen politisieren, hat das für Ministerin Sonja Hammerschmid nichts mit politischer (Un)bildung zu tun. Foto: Franz Johann Morgenbesser / flickr (CC BY-SA 2.0) - Montage: unzensuriert.at
Wenn Lehrer im Unterricht mit falschen Behauptungen politisieren, hat das für Ministerin Sonja Hammerschmid nichts mit politischer (Un)bildung zu tun.
Foto: Franz Johann Morgenbesser / flickr (CC BY-SA 2.0) - Montage: unzensuriert.at
25. April 2017 - 17:17

Der freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Carmen Schimanek war von empörten Eltern im Februar dieses Jahres ein Satz eines Englisch-Übersetzungstestes an einem Wörgler Gymnasium zur Kenntnis gebracht worden.

"In Wörgl werden die meisten Asylsuchenden zusammengeschlagen"

Dieser lautete: „Unter den Gemeinden ist Wörgl die, wo die meisten Asylsuchenden zusammengeschlagen werden“. Wie die Abgeordnete feststellte, entbehrte dieser Satz jeglichen Wahrheitsgehaltes und sollte offensichtlich dazu dienen, die Wörgler als Fremdenfeinde darzustellen und die Schüler in ihren politischen Ansichten zu manipulieren (Unzensuriert hat berichtet).

Neben einer Intervention bei der zuständigen Landesschulbehörde, verlangte die Abgeordnete unter der Überschrift "Politische (Un)bildung im Englischunterricht am BRG Wörgl" auch eine grundsätzliche Aufklärung von Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) und stellte an sie eine parlamentarische Anfrage.

Hammerschmid: Lehrpersonen verbreiten keine Falschmeldungen

Die nun erfolgte Antwort der Bundesministerin verdient es, einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden. Kurz zusammengefasst teilte Hammerschmid mit, dass Übersetzungsaufgaben zum Spracherwerb einer Fremdsprache zwar auch zur politischen Bildung eingesetzt werden können, im gegenständlichen Fall jedoch „lediglich das Ansinnen einer Übersetzungs- und Wortschatzübung ohne jegliche politische Absicht verfolgt wurde“.

Ein Wahrheitsgehalt der zu übersetzenden Sätze sei nicht relevant gewesen. Eine Verhetzung könne sie in diesem Zusammenhang daher nicht erkennen und von „Fake-News“ könne man auch nicht sprechen, da dazu ein Medium fehlen würde. Handlungsbedarf sehe sie daher keinen und die Unterstellung, Lehrpersonen könnten Hetze und Falschmeldungen verbreiten, weise sie entschieden zurück.

Schuldirektor versteht Aufregung nicht und verteidigt Lehrerin

Genauso harmlos stellt es auch der Direktor des BRG Wörgl, Johann Fellner, dar. Für ihn stehe zwar "außer Frage, dass der Satz verunglückt ist", allerdings sehe er keinerlei Absicht oder ideologische Hintergedanken bei der betreffenden Englischlehrerin, zitiert ihn meinbezirk.at. Vielmehr habe die Lehrerin diesen Satz ausgewählt, um mehrere spezifische Vokabeln abzuprüfen: Unter, Gemeinden, Asylsuchende und zusammenschlagen.

Und die Lehrerin habe die Schüler nachträglich ohnehin darüber aufgeklärt, dass der Satz frei erfunden gewesen sei. Er verstehe nicht, warum dieser Lapsus so aufgebauscht werde, denn auch bei den anderen Sätzen habe es sich um reine Phantasiesätze gehandelt, so der Schulleiter.

Ist wirklich jeder „Phantasiesatz“ im Unterricht erlaubt?

Man stelle sich vor, eine andere phantasiebegabte Lehrerin würde ihre Schüler folgenden Satz übersetzen lassen: „Unter den Asylsuchenden gibt es viele, die in Wörgl und anderen Gemeinden Einwohner zusammenschlagen. Ob man dann auch von der Bundesministerin abwärts bis zum Schuldirektor damit argumentieren würde, dass es sich um eine reine Wortschatzübung gehandelt habe und von Hetze oder absichtlicher Fehlinformation keine Rede sein kann? Oder gäbe es in einem solchen Fall nicht doch ein dienstrechtliches und gerichtliches Nachspiel, nebst konzertierter Entrüstung in allen Mainstream-Medien?

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