Weil in der Bundeswehr angeblich ein zu rüder Ton herrscht, wurde der Chefausbildner abgesetzt.

Bild: Zunter / wikimedia (CC BY 4.0)
Zu „harte“ Methoden: Von der Leyen setzt Chefausbilder des Heeres über Nacht ab

Immer wieder waren in der Vergangenheit die Ausbildungsmethoden der deutschen Bundeswehr Anlass für Kritik. Etliche Soldaten in Ausbildung sollen sich im Vorjahr über die rüden, „teils perversen“ Maßnahmen der Hauptfeldwebel beschwert haben, berichtet Der Spiegel. Die Verteidigungsministerin zog nun in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Konsequenzen und feuerte den Chefausbilder des Heeres ohne vorherige Verhandlung, weil ihr die Aufklärung der angeblichen Missbrauchsfälle zu schleppend ging.

Zu langsam reagiert

Vorgeworfen werden den Ausbildern etwa die Anwendung von brutalen Praktiken, übertriebene Härte, Mobbing oder teils sogar sexuell-perverse Methoden. Ob etwas und was genau dran ist, lässt der Spiegel – dem hier angeblich exklusive Informationen vorliegen – aber offen. Um welche brutalen Praktiken und übertriebene Härte es sich handeln könnte, legt ein Ausschnitt einer Beschwerde offen. Dort heißt es:

So meldeten die Unteroffiziersanwärter Aussagen wie "Ihre Meinung interessiert mich einen Scheiß" oder "Wer saufen kann, kann auch laufen".

Dem Generalmajor Walter Spindler wurde nun in einer vertraulichen Sitzung über Personalangelegenheiten vorgeworfen, nicht schnell genug etwas gegen solcherlei Fälle unternommen zu haben und sie möglicherweise nach Bekanntwerden der Kritik sogar noch vertuscht zu haben. Konkret gehe es um einen erneuten Verfehlungsfall im thüringischen Sondershausen, wo er nicht schnell genug Ermittlungen dazu eingeleitet haben soll.

Absetzung wenige Monate vor Pensionsantritt

Obwohl Spindler im Herbst 2017 ohnehin regulär ausgeschieden wäre, wollte Von der Leyen damit ein deutliches Zeichen setzen, dass solche – wenngleich bislang nur angebliche – Verhaltensweisen nicht geduldet würden.

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