Geradezu todesmutig stieg Sigmar Gabriel in den somalischen Schlamm. Das ZDF war tief beeindruckt.

Foto: Bild: Screenshot ZDF heute journal vom 1.5.2017
Öffentlich-rechtlicher Bücklingsjournalismus: ARD und ZDF feiern Regierungsbesuche in Somalia und Saudi-Arabien

Vor wenigen Tagen reiste Bundeskanzlerin Angela Merkel in das zumindest aus menschenrechtlicher Sicht rückständige Saudi-Arabien und berichtete begeistert über die angeblich aufkeimende Gleichberechtigung der Frau. Dazu machte sie König Salman ihre Aufwartung.

Medien feiern seither das patriarchalische Land, in dem die Unterdrückung von Frauen eine Selbstverständlichkeit und eine Rechtsprechung nach der martialischen Scharia gang und gäbe ist. Während man sich sonst gerne über den Rechtsruck oder eine angebliche Diskriminierung von Frauen in Mitteleuropa alteriert, versuchte nun etwa das ARD-Radio, das muslimische Land schönzureden.

Alles eitel Wonne im sonnigen Wüstenkönigreich

„Saudi-Arabien gilt vielen in Europa als ein Königreich der Verbote. Doch manche die das Land kritisieren, kennen es gar nicht. Dabei wandelt sich Saudi-Arabien. Das hat auch die Kanzlerin bemerkt – ihre Reise war deshalb richtig“, fasst der Online-Auftritt tagesschau.de den Kommentar des SWR-Korrespondenden Carsten Kühntropp zusammen.

Das Land und seine Sitten seien insgesamt „viel besser als sein Ruf“, stellt Kühntopp – wohl stellvertretend für die vielen unterdrückten Frauen, die mit Todesstrafe bedrohten Homosexuellen und die geächteten Christen in Saudi-Arabien – fest. Vorgeworfen wird Merkel zum Schluss des wirren Aufsatzes nur, dass sie sich bislang als deutsche Bundeskanzlerin viel zu wenig um das wahhabitische Königreich gekümmert hat.

Auch der mutige Sigi wird gefeiert

In ein ähnliches Horn stoßen die öffentlich-rechtlichen Kollegen vom ZDF in einem Bericht über Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Merkel angesichts der anstehenden Bundestagswahlen nicht nachstehen wollte und nach Afrika reiste. "Dann steigt aus dem gepanzerten Geländewagen der erste deutsche Außenminister, der sich nach Somalia wagt", wird Gabriels Ankunft in dem Krisenstaat von Beitragsgestalter Andreas Kynast geradezu hymnisch inszeniert.

140 Millionen Euro vom deutschen Steuerzahler im Reisegepäck

Nicht genug, dass der Steuerzahler die einseitige Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Sendern bezahlen muss, nahm der Außenminister auch noch reichlich Geld von denselben Steuerzahlern mit nach Afrika, so das ZDF: "Die wichtigste Nachricht: Gabriel sagt insgesamt 140 Millionen Euro zu und ruft andere Länder auf. Deutschlands Beispiel zu folgen."

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