In den vergangenen drei Jahren wurde in 1.203 Fällen die Untersuchungshaft über insgesamt 1.007 Jugendliche verhängt.

Foto: Bild: Denis Barthel / Own work / wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Zahl der Jugendlichen in U-Haft steigt

Auch das soll erwähnt werden. Die Zahl der Jugendlichen (14 bis 18-Jährige), über die eine Untersuchungshaft verhängt wurde, ist im steigen. Entsprechende Daten liefert eine Anfragebeantwortung von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) an die Anfrage des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Hermann Brückl.

Jugendliche häufiger in Untersuchungshaft

Da diverse Jugendliche mehrmals in einem Jahr in Untersuchungshaft waren, ergibt sich folgendes Bild: 2014 waren 309 Jugendliche in U-Haft, insgesamt gab es 330 Untersuchungshaften. 2015 (wird in der Anfragebeantwortung fälschlicherweise nochmals mit 2014 benannt) stieg die Zahl der Personen gleich auf 401, Untersuchungshaften gab es 416. Keine Verbesserung gab es auch 2016: 457 Untersuchungshaften für 409 jugendliche Straftäter.

Meisten Häftlinge in JA Josefstadt

In den Jahren 2014 bis 2016 wurde somit in 1.203 Fällen die Untersuchungshaft über insgesamt 1.007 Jugendliche verhängt. Die Dauer der Untersuchungshaften bewegt sich in einem Zeitraum zwischen einem und 929 Tagen, der durchschnittliche Anhaltezeitraum in Untersuchungshaft beträgt 60,4 Tage, der Median 40 Tage, heißt es in der Anfragebeantwortung. Die meisten Jugendlichen waren in der Wiener Justizwacheanstalt Josefstadt untergebracht. 2016 waren es 216. Im Gegensatz dazu stehen Feldkirch und Ried im Innkreis, die zuletzt beide nur einen Jugendlichen in U-Haft hatten.

Bei insgesamt zwei Jugendlichen wurde die Untersuchungshaft (im Jahr 2014) durch Vollzug in Form des elektronisch überwachten Hausarrests fortgesetzt. Insgesamt wurden in den Jahren 2014 bis 2016 zehn jugendliche Insassen in der  Vollzugsform des elektronisch überwachten Hausarrests angehalten, ist der Beantwortung zu entnehmen. Das Ministerium hat außerdem Verträge abgeschlossen, die darauf abzielen, dass statt der Untersuchungshaft Alternativen geschaffen werden sollen – etwa die Betreuung in Wohngruppen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

Copy link