Nähkurs für Asylwerber als subventionierte Kultur: Da legte sich sogar die SPÖ quer | Unzensuriert.at

Nähkurs für Asylwerber als subventionierte Kultur: Da legte sich sogar die SPÖ quer

Der Asylwerbernähkurs muss ohne Kulturförderung aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk auskommen.  Foto: Phrontis / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Der Asylwerbernähkurs muss ohne Kulturförderung aus dem 5. Wiener Gemeindebezirk auskommen.
Foto: Phrontis / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
12. Mai 2017 - 9:00

Das war sogar der linken SPÖ Margareten in der Bezirksvertretung zu viel: Ein Förderantrag für die Unterstützung eines Nähkurses für Asylwerber, getarnt als Kulturförderung, wurde abgelehnt.

Nähende Asylwerber sind für die SPÖ keine Künstler

Ein Verein mit dem klingenden Namen "Blockfrei – Verein für Kultur und Kommunikation" suchte die stolze Summe von 3.500 Euro für das Projekt "Vonversations – Nähworkshops mit Asylsuchenden" an. Doch der Vorsitzende der Kommission für Kulturangelegenheiten, SPÖ-Bezirksrat Peter Neuwirth, stellte den Antrag, dieses Projekt nicht zu fördern, da es mit Kunst und Kultur nichts zu tun habe.

Da halfen auch die Wortmeldungen der Grünen nichts. Der integrationspolitische Nähkurs für Asylwerber wurde mit der großen Mehrheit aus SPÖ, FPÖ und ÖVP in der Bezirks-Kulturkommission Margareten abgeschmettert. Die Grünen schmollten und einer ihrer Bezirksräte, im Brotberuf offensichtlich Kulturschaffender, bemerkte sogar, dass seine größten künstlerischen Erfolge in der Kunst des Nähens bestanden hätten.

Weltmuseum soll Verkaufsplattform für Werke darstellen

Laut Projektbeschreibung sollen die an den Nährkursen interessierten Asylwerber aus dem Ute-Bock-Haus in Wien-Favoriten rekrutiert werden. Die Nährkurse selbst hätten in der Volkshochschule Margareten stattfinden sollen, als Verkaufsplattform hätte das Weltmuseum gedient. Bei diesem Museum handelt es sich um ein SPÖ-Prestigeprojekt aus der Ära der Kulturministerin Claudia Schmied, das am 25. Oktober 2017 eröffnet werden soll.

Im Geldsammeln ist der Verein Blockfrei offensichtlich sehr geschickt, hat man doch - zusätzlich zu hohen Sponsoringbeiträgen durch Private - auch bei der Magistratsabteilung 17 und im 10. Wiener Gemeindebezirk um öffentliche Förderungen angesucht. Bereits 2015 spannte man im Rahmen des Fotoausstellungsprojekts "Asylum of new memories" Asylwerber für  künstlerische Zwecke ein.

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel Es reicht! Keine Leserkommentare mehr auf Unzensuriert, dafür Aktion Hassmelder