Großbritannien: Politiker sollen im Wahlkampf auf Wörter wie "Immigrant" und "illegal" verzichten

Die Pro-Einwanderungslobby in Großbritannien will den Wahlkampf massiv beeinflussen. Foto: takomabibelot / flickr (CC0 1.0)
Die Pro-Einwanderungslobby in Großbritannien will den Wahlkampf massiv beeinflussen.
Foto: takomabibelot / flickr (CC0 1.0)
12. Mai 2017 - 10:00

Für die anstehenden Parlamentswahlen in Großbritannien Anfang Juni hat sich der britische "Rat für das Wohlergehen von Einwanderern" etwas ganz besonderes ausgedacht: Politikern wie Journalisten sollen im Wahlkampf auf den Gebrauch spezieller Wörter, vor allem in Hinblick auf Konnexe zwischen negativen gesellschaftlichen Entwicklungen und Einwanderern, verzichten. Dafür wurde nun ein eigenerer Leitfaden erstellt.

Einwanderung nur positiv ansprechen

Der Rat fürchtet, dass mit dem Brexit-Votum nun im Wahlkampf auch die Einwanderungsdebatte, samt strengerer Gesetzesvorhaben, auf das politische Tapet kommen könnte. Daher wolle man mit dem Leitfaden Politikern eine "Handlungsanleitung" an die Hand geben, damit diese sich dem Thema der Einwanderung "mit guten Manieren und Respekt" nähern können. Wünschenswert wäre es, das Thema stets positiv anzusprechen.

"Worte sind wichtig und manche sind einfach beleidigend. Es ist unhöflich und ungerecht, sich auf Menschen in entmenschlicher Weise zu beziehen", so das Dokument.

Der Rat selbst setzt sich für offene Grenzen in Großbritannien ein und beklagt speziell seit dem Brexit-Votum ein zunehmend "feindliches Klima gegenüber Einwanderern", sowie die steigende Anzahl an "Hass-Verbrechen". Bereits Amnesty International riet Politikern vergangenes Monat, sich nicht gegen unkontrollierte Migration auszusprechen.

"Studenten und Arbeiter" statt "Immigranten"

Auch die Umdeutung von Begriffen schlägt der Ratgeber vor. So sollen Politiker, aber auch Journalisten, künftig nicht mehr von "Immigranten", sondern von "Studenten und Arbeitern" sprechen beziehungsweise schreiben. Ebenso sei der Terminus "illegal" tunlichst zu vermeiden. Damit würde man schließlich "diskriminierenden Missverständnissen" vorbeugen.

Es sei zudem nicht akzeptabel, lange Wartezeiten in Spitälern, fehlende Schulplätze oder steigende Gewalt und Kriminalität in Verbindung mit Einwanderung oder Migranten zu bringen. Ebenso sollen Politiker darauf verzichten, einen Einwanderungsstopp zu versprechen oder gar die Abschiebung illegal aufhältiger Migranten zu fordern.

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