Maturaprojekt „Wels braucht Brauchtum – Brauchtum braucht Wels“

Die unzensuriert.at Sonntag-Serie  Foto: unzensuriert.at
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14. Mai 2017 - 9:48

In Wels sind zwar viele Brauchtumsvereine registriert, in der öffentlichen Wahrnehmung fristen sie allerdings ein Schattendsein. Dies will der freiheitliche Bürgermeister Andreas Rabl ändern. Auf Anregung der Stadt setzten sich vier Schülerinnen der Welser Handelsakademie 2 im Rahmen eines Maturaprojektes mit dieser Thematik auseinander. Unter dem Titel „Wels braucht Brauchtum – Brauchtum braucht Wels“ entwickelten sie Konzepte, wie man die Aktivitäten der Brauchtumsvereine verstärkt ins Licht der Öffentlichkeit rücken könnte.

Vereinsstruktur überaltert

Generell scheinen die einzelnen Vereine unter Nachwuchssorgen zu leiden. So fanden die Schülerinnen heraus, dass die Hälfte der Mitglieder der Welser Brauchtumsvereine über 60 Jahre alt ist. 43 Prozent von 281 befragten Jugendlichen gaben zwar an, Mitglied in einem Brauchtumsverein zu sein, bzw. gewesen zu sein, 73 Prozent hätten ihre Vereintätigkeit allerdings wieder beendet. Als Hauptgründe nannten sie „keine Zeit“, „Schulstress“ und „keine Lust“.

Lust auf Brauchtum machen

Nach der Befragung der Jugendlichen kamen die Schülerinnen zum Schluss, dass viele Kinder und Jugendliche oft gar nicht über die Existenz des breiten Angebots im Brauchtumsbereich Bescheid wüssten. Um dies zu ändern, schlugen sie unter anderem eine aktive Ausarbeitung von österreichischen Bräuchen und Kultur im Unterricht vor sowie die Abhaltung von „Brauchtums-Stammtischen“ in Form von gemeinsamen Austausch- und Diskussionsrunden. Weitere Vorschläge umfassen Vorträge, Workshops und Auftritte der Vereine an den Schulen.

Vereine müssen sich besser präsentieren

Als weiteres Problem orteten die Schülerinnen die mangelnde Präsenz der Welser Brauchtumsvereine auf Plattformen der sozialen Medien. Sie regten daher an, Webseiten zu erstellen, regelmäßig Newsletter herauszugeben, Social-Media-Marketing zu betreiben und in Kombination mit einem „Newcomer-Nachmittag“ eine Nachwuchsdatenbank zu erstellen. Auch die interne Kommunikation sollte verbessert werden.

Gleichzeitig schlugen sie vor, die Vereinsaktivitäten interessanter zu gestalten. So zum Beispiel gemeinsame Ausflüge zu organisieren, soziale Aktionen zu starten und einen Tag der offenen Tür zu veranstalten.

Brauchtum Teil Welser Identität

Im Rahmen der Präsentation zeigte sich Bürgermeister Andreas Rabl über die engagierte Arbeit der Schülerinnen erfreut und bedankte sich im Namen der Stadt recht herzlich. Das Projekt der HAK2-Schülerinnen zeige viele Chancen und Möglichkeiten auf, so Rabl. Brauchtum sei seit jeher Teil der Welser Identität und erlebe momentan einen Aufschwung. Die Vielfalt der bestehenden Aktivitäten solle nun für die breite Bevölkerung sichtbarer und vor allem für die Jugend interessanter aufbereitet werden.

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