Wohin mit den vielen Zuwanderern? Nun zahlt die Stadt Friedrichshafen sogar Prämien, um Wohnraum für sie zu finden.

Foto: Bild: Von Rados?aw Dro?d?ewski (Zwiadowca21) / Wikimedia CC-BY-SA 4.0
Friedrichshafen zahlt saftige Prämie, wenn jemand Wohnung für Flüchtlinge vermittelt

Die Twitter-Gemeinde ist in Aufruhr, seit ein Tweet auftauchte, demzufolge die Stadt Friedrichshafen (Baden-Württemberg) saftige Prämien verspricht, sollte jemand eine Wohnung für Flüchtlinge finden.

250 Euro pro untergebrachter Person

Konkret heißt es im Folder mit dem Titel "Wohnraum gesucht":

Die Stadt Friedrichshafen sucht Wohnungen und Häuser für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Bei einem Mietvertragsabschluss mit der Stadt Friedrichshafen wird eine Prämie von 250 Euro pro untergebrachter Person gewährt.

Helfen Sie und bieten Sie Ihre nicht genutzten Wohnungen und Häuser an.

Diskriminierung gegenüber Einheimischen

"Das ist eine Diskriminierung gegenüber allen, die hier schon länger leben," empörte sich die Twitter-Gemeinde. Die Wogen gingen hoch, wen wundert´s? Schließlich wird die Stadt bei Flüchtlingen aktiv und verspricht sogar Geld, falls man für sie eine Wohngelegenheit findet. Für die, die hier schon länger leben und ebenfalls auf Wohnungssuche sind, hat die Stadt noch nie so eine Aktion mit Prämienauszahlung gestartet.

Wohnungssuche für alle

Unzensuriert.de fragte also bei der Stadt Friedrichshafen nach, was man sich bei dieser Aussendung gedacht hat. Monika Blank, Leiterin Kommunikation und Medien der Stadt Friedrichshafen und Zeppelin-Stiftung, gab dann folgende Stellungnahme ab:

Das Wohnraumförderprogramm der Stadt Friedrichshafen sieht eine Vermietungsprämie vor und soll dazu dienen, für Vermieter einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, bisher ungenutzten Wohnraum zu vermieten. Denn es gibt auch in Friedrichshafen wohnungssuchende Personen und Haushalten, die auf dem freien Wohnungsmarkt nur selten bei Wohnungsvergaben berücksichtigt werden. Dies sind insbesondere obdachlose Personen, zum Teil in aktuellen Notlagen, Personen die in Notwohnungen eingewiesen wurden und auch geflüchtete Menschen in der so genannten Anschlussunterbringung.

Das Förderprogramm ist nicht diskriminierend, denn es beschränkt sich nicht auf geflüchtete Menschen. Entscheidend ist, dass der zukünftige Nutzer oder die Nutzerin der Wohnung bei der Stadt als wohnungssuchend gemeldet ist und die Wohnung entweder direkt an die Nutzerin oder den Nutzer vermietet wird oder die Wohnung durch die Stadt angemietet wird für den berechtigten Nutzer bzw. die berechtigte Nutzerin.

Meinungswandel in der Stadt Friedrichshafen

Allerdings steht auf dem Folder eindeutig zu lesen: Die Stadt Friedrichshafen sucht Wohnungen und Häuser für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Sollte die Stadt ihre Meinung geändert haben, weil unzensuriert.de recherchierte?

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