Mit einem Fake-Profil trollte der SPÖ-Nachwuchs auf „rechten“ Seiten herum. Als Gemeinderat Slug das Profil gegen einen eigenen Parteikollegen einsetzte, flog der Schwindel auf. (Symbolfoto)

Bild: The People Speak! / flickr (CC BY 2.0)
Villacher SPÖ-Stadtpolitiker lästerte mit falschem Facebook-Profil über Parteikollegen

Der Villacher SPÖ-Politiker Christopher Slug beleidigte auf Facebook unter falschem Namen seinen Parteikollegen. Dieser spricht von einem Skandal und will rechtliche Schritte prüfen.

Tarnen und täuschen

Turbulent geht es in der Villacher SPÖ zu. War man schon letztes Jahr durch ein gefälschtes Leserforum-Profil eines Stadtrates in die Schlagzeilen geraten, erwischte es nun den nächsten Mandatar. Der Chef der Sozialistischen Jungen Generation und stellvertretende Klubobmann im Gemeinderat, Christopher Slug, attackierte via Facebook seinen Partei- und Gemeinderatskollegen Richard Pfeiler. Dies allerdings nicht offen und ehrlich unter seinem persönlichen Profil, sondern als „Petra Inninger“.

Angeblich alles „ein Versehen“

Hinter Petra Inninger verbirgt sich in Wirklichkeit die Sozialistische Junge Generation. Wie Slug angibt, benutzten die Junggenossen das Fake-Profil, um damit Kommentare auf "rechten Internet-Portalen" abzugeben. Aufgeflogen dürfte Slug, so wie letztes Jahr sein Parteikollege Andreas Sucher, aus eigener Ungeschicklichkeit sein. Die im weiblichen Fake-Profil angegebene Telefonnummer soll mit jener Slugs übereingestimmt haben.

Orf.at zitiert ein Facebook-Posting Slugs, wonach dieser sich nicht für seine Kritik an Pfeiler schäme. Er könne sich aber nicht erklären, warum sein Eintrag unter dem gefälschten Profil erschienen sei. Slug habe angenommen, unter seinem echten Namen zu schreiben.

Stadtparteichef Albel: „Große Dummheit“

In einer Stellungnahme bezeichnete Stadtparteichef und Bürgermeister Günther Albel Slugs Facebook-Aktivität als „große Dummheit“. Man habe einen sehr jungen Mann als stellvertretenden Klubobmann des SPÖ-Klubs mit viel Verantwortung ausgestattet. Oftmals könne das zu früh sein, so Albel. Slug werde als stellvertretender Klubobmann zurücktreten und freiwilligen Sozialdienst ableisten.

Politiker, denen man vertraut?

Erst letztes Jahr war der Villacher SPÖ-Stadtrat Andreas Sucher mit einem falschen Benutzerprofil aufgeflogen. (unzensuriert hat berichtet). Als „dklamp“ war er in der Kleinen Zeitung über politische Mitbewerber von ÖVP und der FPÖ hergezogen. Sich selbst lobte er unter dem Pseudonym in höchsten Tönen. Doch weder bei der SPÖ noch bei Sucher scheint moralisches Unrechtsbewusstsein sonderlich ausgeprägt zu sein, denn Sucher ist weiterhin für die Partei als Gemeinderat in Amt und Würden. Lediglich die Funktion als Stadtrat und Klubobmann musste er zurücklegen, als der öffentliche Druck nach dem Bekanntwerden der Affäre zu groß geworden war.

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