Drei Bürgerinitiativen wehren sich am 30. Mai mit einer Großdemonstration gegen das umstrittene Hochhausprojekt neben dem Hotel Intercontinental am Heumarkt.

Foto: Bild: Mister No / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Demo am 30. Mai gegen umstrittenes „Vassilakou-Hochhaus“ am Heumarkt

Wenn Politiker nicht auf die Bürger hören, gehen diese auf die Straße. In Wien findet am Dienstag, 30. Mai, um 18.30 Uhr eine große Demonstration gegen das Heumarktprojekt statt. Wie berichtet, beharrt die Wiener Planungsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen auf der Umsetzung dieses umstrittenen und vor allem dubiosen Immobiliengeschäfts, das unzensuriert.at bereits ausführlich beleuchtet hat.

UNESCO warnt vor Verlust des Weltkulturerbe-Status

Nachdem Vassilakou die heimische Architektenszene, die schon vor Jahren von einem "Spekulationsobjekt mit Luxuswohnungen" sprach, ignorierte und auch eine Petition von tausenden Bürgern gegen das 66 Meter hohe Hochhaus am Heumarkt offenbar nicht ernstnahm, schlug sie sogar Warnungen der UNESCO in den Wind, dass Wien durch dieses Projekt den Weltkulturerbe-Status verlieren würde.

Vassilakou verlor Urabstimmung bei Wiener Grünen

Als Vassilakou dann auch noch eine Urabstimmung unter den Wiener Grünen über das Hochhaus durchführte, war der Affront gegenüber den Bürgern perfekt. Mit Recht warf man der Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Klientelpolitik vor, weil sie versuchte, tausende besorgte Bürger gegen Funktionäre der eigenen Partei, die ihr offenbar wichtiger sind, auszuspielen. Doch auch das ging schief. Die Wiener Grünen stimmten gegen den Monsterbau am Rande der Inneren Stadt.

Sportfläche zum Teil in Bauland umgewidmet

Nun soll am 1. Juni im Wiener Gemeinderat, wohl mit den Stimmen der SPÖ, die Basis für den Bau geschaffen werden. Auf der Tagesordnung steht nämlich die Umwidmung der Sportfläche des Eislaufvereins zum Teil in Bauland. "Diese von Maria Vassilakou forcierte Umwidmung würde zugunsten des Hedge-Fonds-Managers DDr. Michael Tojner erfolgen und die berühmte  Sichtachse Belvedere-Innenstadt massiv schädigen", warnen Bürgerinitiativen in einer Preseaussendung. Ihre Befürchtung:

Wird die Widmung beschlossen, wird Wien auf die "Rote Liste" der gefährdeten Welterbestätten gesetzt, und nach Errichtung des 66 m Hochhauses der Welterbe-Titel aberkannt. Deswegen muss die vom 2.-12. Juli stattfindende Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Krakau unbedingt abgewartet werden, da die UNESCO bis heute die Bestandshöhe des Hotel InterCont (ca. 40 m) als höchstzulässige Bauhöhe definiert hat. Ein voreiliger Gemeinderatsbeschluss brüskiert nicht nur die UNESCO, sondern kann – ob des dann erfolgten Rechtsanspruchs auf Konsumierung der Widmung – für die Stadt Wien sehr teuer kommen.

Drei Bürgerinitiativen rufen zum Widerstand auf

Deshalb rufen gleich drei Bürgerinitiativen, die "Initiative Stadtbildschutz", die "Initiative Denkmalschutz" und die "Aktion 21 pro Bürgerbeteiligung" zu einer Großdemonstration auf:

Heumarkt-Hochhausprojekt Demonstration: Für Weltkulturerbe und Rechtsstaatlichkeit – Gegen Bruch des UNESCO-Staatsvertrages

Vom Büro des Kulturministers weiter zur Präsidentschaftskanzlei (Ballhausplatz), über Löwelstraße und Rathausplatz zum Rathaus.

Datum: 30. Mai 2017, 18:30 – 19:30 Uhr.

Ort: Treffpunkt vor Büro des Bundesministers für Kultur, Mag. Thomas Drozda, Minoritenplatz 3, 1010 Wien, Österreich.

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