Beim „Marsch gegen das Vergessen“ marschierte der Bundeswehrsoldat Alexander Sedlak 750 Kilometer. Politiker waren keine Anwesend als er zum Veteranentag in Berlin eintraf.

Bild: Alexander Sedlak
Zuerst in den Krieg geschickt und dann ignoriert: Kein Politiker bei Veteranengedenken anwesend

Wenn junge, radikalisierte Männer aus den Dschihadgebieten zurückkehren, wird ihnen große Aufmerksamkeit gewidmet und viel mediales Aufsehen um sie gemacht. Kriegsheimkehrern der deutschen Bundeswehr, die in friedensstiftender Absicht fortgegangen und wieder zurückkehrt sind, wird jedoch kaum eine Zeile in öffentlichen Medien gewidmet.

Keine politischen Vertreter

Wenn der gefallenen und vermissten Kameraden gedacht wird, sind daher auch keinerlei Politiker der Regierungsparteien oder mediale Vertreter anwesend. So auch am vergangenen Wochenende in Berlin, als ein junger Soldat nach seinem „Marsch gegen das Vergessen“ in der Bundeshauptstadt eintraf. Gemeinsam mit seinem Hund marschierte Alexander Sedlak über 750 Kilometer quer durch Deutschland, um auf die oftmals gravierenden psychischen Folgen nach einem Auslandseinsatz aufmerksam zu machen und gleichzeitig die gefallenen Kameraden nicht vergessen zu lassen.

Das offizielle Deutschland sieht bewusst weg

In Berlin gab es dazu gleich drei Veteranenveranstaltungen der Bundeswehr. Politiker waren dabei allerdings keine zu sehen, die den Dienst der jungen Männer für ihr Land würdigten. Während in den USA am Memorial Day die Helden der Nation gefeiert und geehrt werden, scheint Deutschland bewusst wegzusehen. Einem ehemaligen Soldaten stieß dieser Umstand derart sauer auf, dass er einen Brief an alle im Bundestag vertretene Parteien schrieb.

Obwohl es genau jene Personen sind, die Auslandseinsätze von deutschen Soldaten bestimmen, hielten sich diese am Wochenende lieber beim DFB-Pokalfinale auf oder mischten beim gutmenschlich-orientierten Evangelischen Kirchentag mit, wie deren Präsenz in sozialen Medien zu entnehmen war. „Ich frage Sie ganz offen: Wo waren Ihre Abgeordneten, um zu zeigen, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind?“, fragte der Autor Björn Schreiber in seinem offiziellen Wutbrief.

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