Gemeinsam im Zeichen des Regebogens: Die beiden Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (Mariahilf, rechts) und Susanne Schaefer-Wiery (Margareten, links) mit SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger beim Andersrum-Fest 2015.

Foto: Bild: gayinvienna.com / Dorian Rammer (CC BY-SA 2.0)
Flexible Zielgruppenpolitik: Nach Treffen mit schiitischem Imam lädt Mariahilfs Bezirksvorsteher zur Homo-Party

Minderheitenpflege ist seit Jahren in der Wiener SPÖ auf der Tagesordnung. Besonders angetan hat es der Sozialdemokratie in der Bundeshauptstadt dabei das "queere" Milieu, bestehend aus Schwulen, Lesben und Transgender-Bewegten aller Schattierungen und Neigungen.

Sport und Tanz aus sexueller Perspektive

Der SPÖ-Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, selbst bekennender Homosexueller,  veranstaltet deshalb auch heuer wieder am 3. Juni das sogenannte "Straßenfest in Mariahilf – Andersrum ist nicht verkehrt", wo Zielgruppenpolitik gemacht werden soll.

Sogar schwul-lesbischen Sport- und Tanzvereinen wird die Otto-Bauer-Gasse für ihr Treiben von 13.00 bis 21.00 Uhr zur Verfügung gestellt. Als Projektträger firmiert die Mariahilfer Kulturplattform, als Verantwortlicher der Bezirksvorsteher selbst.

Besuch in Moschee, die dem schwulenfeindlichen Iran nahesteht

„Unsere Vision einer weltoffenen Gesellschaft gründet auf Wertschätzung, Anerkennung und gleichen Rechten. Menschenrechte sind universell und unteilbar“, erklärt Bezirksvorsteher Markus Rumelhart nur rund zehn Tage, nachdem er einen Ort besucht hat, wo man diese Einstellung wohl nicht ganz nachvollziehen kann, nämlich die umstrittene Imam-Ali-Moschee, die – so die Politikwissenschafterin Nina Scholz im Kurier – ein Naheverhältnis aufweist zum „iranischen Regime – jenem Regime, das unter anderen Homosexuelle hinrichten lässt und den Holocaust leugnet“.

Rumelhart posierte dort noch dazu für ein Foto mit dem Imam Erich Waldmann, der einer der Organisatoren des jährlichen Al-Quds-Marsches ist. Am Al-Quds-Tag drohen regelmäßig iranische Politiker Israel mit der Vernichtung, für Waldmann handelt es sich hingegen laut Kurier um ein Eintreten für „gleiche Rechte für Juden, Christen und Muslime in Palästina“.

Förderungen für alles, was "anders'rum" ist

Den Imam wird Rumelhart beim Andersrum-Fest wohl eher nicht als Ehrengast begrüßen dürfen, dafür aber womöglich einmal mehr seine Amts- und Parteikollegin Susanne Schaefer-Wiery aus dem benachbarten Bezirk Margareten. Im "Queer- und Andersrum-Sein" herrscht zwischen Wien-Mariahilf und Wien-Margareten nämlich geradezu ein Wettbewerb der Absurditäten.

Während Rumelhart das Andersrum-Fest bereits zum zwölften Mal veranstaltet, freut sich Schaefer-Wiery über das erste Regenbogenfamilienzentrum in Wien. Erst vor wenigen Wochen hatte die vereinigte Linksfront aus SPÖ, Grünen und ÖVP einen entsprechenden Förderantrag für eine Eröffnungsparty gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen. 

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