Beim Life Ball raufen sich die Regierungsmitglieder der SPÖ und ÖVP offenbar darum, wer Initiator Gery Keszler mehr Steuergeld geben darf.

Bild: Manfred Werner (Tsui) / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Life-Ball-Drama: Liebesentzug der Schwulen und Lesben für Sebastian Kurz

Das sind also die wirklichen Sorgen der beiden Streithähne Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP). Glaubt man Medienberichten, wurde der ÖVP-Chef und Außenminister vom Bundeskanzler beim Life-Ball-Sponsoring ausgebremst. Die SPÖ, möglicherweise sogar das Umfeld des Bundeskanzlers, schreibt das Magazin profil, habe mit dem Entzug der Subventionen der Stadt Wien für den Ball gedroht, sollte Sebastian Kurz wieder als Sponsor agieren dürfen.

"Niemand hat mich unter Druck gesetzt"

Veranstalter Gery Keszler soll dies gegenüber zwei voneinander unabhängigen Quellen behauptet haben. Doch direkt von profil darauf angesprochen, reagierte Keszler so:

Niemand hat mich unter Druck gesetzt. In diesem Jahr übernimmt eben das Kulturministerium einen Teil der Finanzierung und nicht das Außenministerium.

Tatsächlich bestätigte das Büro von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ), dass man heuer den Life Ball subventioniere. Und ein Sprecher von Sebastian Kurz äußerte sich gegenüber profil folgendermaßen:

Es ist richtig, dass wir auch heuer sehr gerne als Sponsor aufgetreten wären. Herr Keszler hat uns mitgeteilt, dass dies leider nicht möglich sei.

Kein Liebkind der SPÖ, kein Liebkind der Schwulen

Es schaut so aus, als hätte die SPÖ ihrem Widersacher Kurz die öffentliche Bühne geraubt. Koste es, was es wolle. Die Rechnung dafür bekommt ohnehin der Steuerzahler präsentiert, für den es freilich egal ist, ob Drozda oder Kurz das von ihm erwirtschaftete Feld verprasst.

Als Kurz und die SPÖ noch im selben Boot saßen, "durfte" Kurz einen Teil der Kosten des Rahmenprogramms des Life Balls im Wiener Burgtheater übernehmen, dazu Gäste einladen und das Publikum von der Bühne aus begrüßen. Seit Kurz bei der SPÖ "unten durch" ist, mag ihn offensichtlich auch die Schwulen- und Lesben-"Community" nicht mehr. Und das, obwohl Neos-Chef Matthias Strolz vor kurzem in der ZIB2 behauptete, dass es im Freundesumfeld von Sebastian Kurz viele Homosexuelle gebe.

Lächerlicher Kleinkrieg auf Steuerzahler-Kosten

Beobachtern dieses lächerlichen Kleinkrieges bleibt ein fataler Eindruck. Sowohl Kern als auch Kurz laufen dem Organisator des Life Balls im Wiener Rathaus, Gery Keszler, mit dem Geld der Steuerzahler hinterher. Dafür hat man anscheinend genug in der Kassa. Für wirklich wichtige Anliegen der Österreicher im sozialen Bereich fehlt hingegen sehr oft das Geld.

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