Nach seiner Kopftuch-Peinlichkeit: Van der Bellen verteidigt sogar Vollverschleierung gegen Verbot

Seit seinem Kopftuch-Bekenntnis vor Schülern im Haus der EU kann es Van der Bellen gar nicht islamisch genug sein. Sogar das Verbot der Vollverschleierung erweckt seinen Widerstandsgeist. Foto: Carina Karlovits/HBF
Seit seinem Kopftuch-Bekenntnis vor Schülern im Haus der EU kann es Van der Bellen gar nicht islamisch genug sein. Sogar das Verbot der Vollverschleierung erweckt seinen Widerstandsgeist.
Foto: Carina Karlovits/HBF
9. Juni 2017 - 17:00

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen äußerte sich in  einem ZEIT-Interview am Mittwochabend (7.Juni) im Wiener Akademietheater kritisch zu einem Teil des Integrationsgesetzes: „Das Verbot zur Vollverschleierung im öffentlichen Raum halte ich nicht für ein gutes Gesetz". Im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, erklärte er, dass er das Gesetz aber nicht als verfassungswidrig beurteilen würde. Und auf krone.at erfährt man, dass der Bundespräsident aus diesem Grunde das Gesetz zwar doch noch unterschrieb, aber es habe ihn schon „gejuckt", es nicht zu unterschreiben.

Heimatliebe weicht der Liebe zum Kopftuch

Dass Van der Bellen seine im Wahlkampf plötzlich ausgerufene „Heimatliebe“ inzwischen gegen die Liebe zum Kopftuch ausgetauscht hat, ist bekannt, aber dass er sich für die Vollverschleierung konservativster orientalischer Prägung stark machen wollte, verwundert schon einigermaßen. Steht denn nicht die Totalverhüllung für die rückständigste Form der Frauenunterdrückung und wie ist das mit den Grundsätzen einer feministisch ausgerichteten Partei zu vereinbaren, deren Vorsitzender VdB jahrelang war?

Van der Bellen radikaler als ägyptische Islamgelehrte und Großscheichs

Als Frankreich nach Belgien als zweites europäisches Land vor sieben Jahren den Gesichtsschleier verbot, erhielten die Pariser Senatoren Beifall von ungewohnter Seite. "An Europa und Frankreich möchte ich als Botschaft schicken - der Niqab hat keine Grundlage im Islam, er schadet vielmehr dem Ansehen des Islam", erklärte Abdel Muti Al-Bayyumi, Mitglied des Hohen Rates der Geistlichkeit an der Kairoer Al-Azhar-Uni, der höchsten Lehrautorität der sunnitischen Muslime.

Mit dieser Meinung wusste Al-Bayyumi nicht nur seinen Chef, Großscheich Ahmed Al-Tayeb, hinter sich, sondern auch die ägyptische Regierung. Ausgelöst hatte die Debatte der inzwischen verstorbene Großscheich Mohammed Said Tantawi, als er bei einem Schulbesuch ein verschleiertes 12-jähriges Mädchen rüde abkanzelte und aufforderte, sein Gesicht zu zeigen, wie das Schwäbische Tagblatt bereits im Jahre 2010 berichtete.

Interessanter Rückblick auf die Lage in Syrien vor dem „Bürgerkrieg“

In diesem Artikel erfährt man übrigens, wie auch in Syrien der Kampf gegen den radikalen Islam geführt wurde - freilich bevor radikale Elemente dort mit Unterstützung der westlichen „Wertegemeinschaft“ einen Bürgerkrieg entfachen konnten. Wörtlich schreibt das Schwäbische Tagblatt:

In Syrien wurden kürzlich mit einem Schlag 1200 Lehrerinnen, die den Niqab tragen, aus dem Schuldienst entlassen und in Bürojobs versetzt, wo sie keinen Kontakt mehr zu Kindern haben. Junge Frauen mit Gesichtsschleier dürfen sich an Universitäten nicht mehr immatrikulieren. Man wolle die Ausbreitung "extremer Ideen und Praktiken verhindern", erklärte ein Sprecher des Erziehungsministeriums. Der Niqab sei der syrischen Kultur fremd und eine "ideologische Invasion". Gleichzeitig wurden zahlreiche Imame entlassen, andere müssen den Sicherheitsbehörden jede Woche ein Tonband mit ihrer Freitagspredigt vorlegen. Gefragt nach der größten Herausforderung der Gegenwart nannte Syriens Präsident Bashar el-Assad kürzlich "den Extremismus in der Region" und die Aufgabe, „unsere Gesellschaft so säkular zu halten wie sie ist".

Da verwundert es wenig, dass die EU jetzt die Sanktionen gegen Syrien weiter verlängert hat. Eine Aktion die ein Kriegsende weiter verhindert und die Flüchtlingsströme zu uns anheizt. Und vor diesem Hintergrund versteht man, dass Van der Bellen ein bedingungsloser Anhänger der EU in dieser Form ist. Die „Werte“ des radikalen Islam sollen wohl nicht nur Syrien, sondern auch uns verordnet werden – womit sich der Kreis schließt.

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