„Die Regierung denkt nur an sich und nicht an die Bevölkerung, daher bin ich ihr erklärter Freind“, sagt der Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler von der FPÖ.

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„Allein gegen die Mafia“: Blauer Bezirkschef Stadler behauptet sich im roten Wien

Die SPÖ Wien hat ein echtes Problem im einst dunkelroten 11. Bezirk Simmering. Der erste blaue Bezirksvorsteher in der Geschichte Wiens, Paul Stadler, wird in der Bevölkerung immer beliebter.

Exklusivinterview mit unzensuriert

Da nützen auch schwere Fouls aus dem Rathaus nichts, wie zuletzt die Auflage der SPÖ-Finanzstadträtin Renate Brauner, bei der Parkpickerlabstimmung auch Asylanten zuzulassen. Der 61-jährige, einstige Weltklassesegler Paul Stadler hat unzensuriert.at erzählt, warum die Bürger "die Lügen der SPÖ" satt haben und warum er bei der nächsten Wahl nicht mehr knapp, sondern eindeutig gewinnen wird.

Herr Bezirksvorsteher, wir waren gerade Zeuge bei einem Empfang einer ausländischen Delegation und haben Sie beim Schwärmen über den 11. Bezirk erlebt. Ist der Eindruck richtig, dass sie sowohl den Bezirk als auch die Menschen hier sehr lieben?
Stadler: Das ist ganz richtig. Ich bin hier in Simmering geboren. Ich bin in Simmering aufgewachsen, habe meine Firmen in Simmering gehabt und ich hoffe auch, dass ich in Simmering sterben und hier begraben werde.

Sie sind eineinhalb Jahre Bezirksvorsteher. Eine Premiere in Wien. Zum ersten Mal wurde ein Blauer Bezirkschef. Welche Bilanz ziehen Sie?
Stadler: Wir haben als FPÖ im ehemals rotesten Bezirk in Wien in eineinhalb Jahren den Schuldenstand von zehn um fünf Millionen verringert und Schulden an die Stadt zurückbezahlt.

Plötzlich geht alles billiger auch

Wie kann man das in eineinhalb Jahren schaffen?
Stadler: Indem man sparsam lebt, genau schaut, wo gibt es Budgetposten, bei denen man einsparen kann. Da ich selbst aus der Praxis komme, akzeptiere ich nicht gleich jeden Kostenvoranschlag und hinterfrage einmal alles. Plötzlich geht dann alles billiger auch.

Ihr Wahlerfolg ist ja nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass man von einem freiheitlichen Bezirksvorsteher erwartet, den Ausländeranteil zu senken. Wie können Sie da als Bezirkschef einwirken?
Stadler: Da kann ich leider überhaupt nicht einwirken. Einwirken tun die, die die Wohnungen haben. Es ist nicht möglich, dass ich als Bezirksvorsteher sage, es dürfen keine Ausländer mehr in den Bezirk kommen. Wo wir uns aber Gedanken gemacht haben: Bei den vielen türkischen Geschäften auf der Simmeringer Hauptstraße. Da führen wir Gespräche mit Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, um die Simmeringer Hauptstraße wieder als Einkaufsstraße zu positionieren. Das ist aber ein langwieriger Weg. Das geht nicht von heute auf morgen.

Regierung denkt an sich und nicht an die Bevölkerung

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der rot-grünen Stadt Wien? Gibt es von dieser Seite Fouls gegen Sie? Stichwort Parkpickerl: Da besteht SPÖ-Finanzstadträtin Renate Brauner darauf, dass in Simmering gemeldete Asylanten mitbestimmen können müssen.
Stadler: Die Zusammenarbeit ist natürlich sehr, sehr schwer, weil die Regierung immer noch an sich selbst und nicht an die Bevölkerung denkt. Und da sie an sich denkt, bin ich ihr erklärter Feind. Und sie vergessen aber darauf, dass sie nicht mich bestrafen, sondern sie bestrafen im Endeffekt die Bürger in Simmering.

Die Parkpickerlbefragung ist so eine Geschichte. Wir hatten vor, alle Simmeringer abstimmen zu lassen, die ins Wählerregister eingetragen sind inklusive EU-Bürger. Aber siehe da: Auf einmal kommt von der Magistratsabteilung eine Mitteilung, dass auch alle Drittstaatenbürger und alle, die in Simmering hauptgemeldet sind, an der Befragung teilnehmen müssten. Demnach wären auch Flüchtlinge, die von den NGOs in Simmering untergebracht sind, berechtigt, bei der Parkpickerlabstimmung mitzumachen.

Wie hat die SPÖ-Stadträtin diese Vorschrift gerechtfertigt?
Stadler: Brauner hat behauptet, dass das in allen Bezirken so stattgefunden hätte. Doch dann kam ein Anruf des Bezirkvorstehers von Döbling, Adolf Tiller, der meinte, dass er auch nur alle Wahlberechtigten und EU-Bürger bei der Parkpickerlbefragung zugelassen hätte. Brauner sagte darauf, dass das nicht der Wahrheit entspreche. Später, als das Gegenteil durch einen ORF-Bericht bewiesen wurde, sprach Brauner von einem einmaligen Ausrutscher. Aber jetzt müsse so, also mit Flüchtlingen, befragt werden.

Doch es war nicht einmal ein "einmaliger Ausrutscher"…
Stadler: Nein, denn der frühere Bezirksvorsteher des 18. Bezirks, Karl Homole, sagte mir, dass er die Bevölkerung zwei Mal bezüglich Parkpickerl befragt hat und zwei Mal hätte er es so gemacht wie sein Amtskollege in Döbling.

Und jetzt muss ich mich fragen: Weiß die Frau Brauner nicht, was in ihrem Magistrat passiert? Ich werde mich damit nicht abspeisen lassen, habe diese Befragung einmal verschoben bis nach den Schulferien. Zu allem Übel sagt nun auch noch die Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, dass solche Abstimmungen nach dem Parkometergesetz ohnehin illegal seien.

Ich habe Frau Brauner nun gebeten, mir zu zeigen, in welchem Gesetz verankert ist, dass bei der Parkpickerlbefragung auch im Bezirk gemeldete Flüchtlinge abstimmen dürfen. Und ich frage mich, wie es diese Bestimmung überhaupt geben kann, wenn Frau Vassilakou sagt, dass solche Abstimmungen sowieso illegal seien.

Ulli Sima ignorierte Simmeringer Bürger

Aber es war zu erwarten, dass der erste blaue Bezirksvorsteher mit Gegenwind der Stadt zu rechnen hat, oder?
Stadler: Sowieso. Aber das ist nicht nur auf dem Parkpickerlsektor so. Auch Umweltstadträtin Ulli Sima ignorierte dreieinhalbtausend Unterschriften von Simmeringer Bürgern, die eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 71 nach Kaiserebersdorf verlangten. Es hat aber trotzdem etwas gebracht, weil jetzt plötzlich die Sozialdemokraten eine eigene Linie nach Kaiserebersdorf forcieren. Mir ist wurscht, welche Linie verlängert wird oder kommt, Hauptsache, wir bekommen eine Verbesserung. Mir ist auch wurscht, ob sie von der ÖVP, SPÖ, den Grünen oder der FPÖ kommt – mir geht es um die Bevölkerung und nicht um die Partei.

Bekommt es die Bevölkerung eigentlich mit, dass Sie von der Stadt so beschnitten werden?
Stadler: Ja. Das zeigen die Kommentare auf Facebook. Als ich die Probleme bezüglich Parkpickerl bekannt gab, kamen 29.000 Klicks. Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, nur 400, und die waren allesamt positiv mir gegenüber.

Von Sozialdemokraten hört man immer wieder Lob für Sie. Da heißt es: Der Stadler hat eigentlich ganz vernünftige Ansichten, wir fürchten nur, dass er Befehle von der Parteizentrale bekommt.
Stadler: Wir bekommen keine Befehle von der Parteizentrale. Keiner redet bei mir im Bezirk rein. Ich habe noch nie in den eineinhalb Jahren als Bezirksvorsteher den Auftrag bekommen, dies oder jenes umzusetzen.

Die Leute haben es satt, Unwahrheiten der SPÖ anzuhören

Bei der vergangenen Bezirksvertretungswahl war es – wie auch in Floridsdorf – sehr knapp zwischen SPÖ und FPÖ. Wie glauben Sie, geht die nächste Wahl im Bezirk aus? Wird es da ein eindeutigeres Ergebnis geben?
Stadler: Es wird ein eindeutigeres Ergebnis für die Freiheitlichen, weil die Leute es satt haben, sich die Unwahrheiten der SPÖ anzuhören. Beim Simmeringer Straßenfest hat die SPÖ mit einem großen Plakat geworben, auf dem ich als "große Gefahr" dargestellt wurde, zum Beispiel wegen der geringen Ärzteanzahl im Bezirk.

Das ist ziemlich lächerlich. Wer glaubt schon, dass die Ärzte in meiner eineinhalbjährigen Amtszeit abgesiedelt sind. Wohl eher vorher, in den Jahrzehnten der SPÖ-Herrschaft. Jetzt tut die SPÖ so, als müsste ich Zauberkünste hinkriegen, noch dazu gegen die SPÖ-Gesundheitsstadträtin, die vorher mit den eigenen Leuten nichts zusammengebracht hat.

Die SPÖ hat den Bürgern so lange die Unwahrheit gesagt, dass sie der SPÖ nichts mehr glauben, auch wenn sie jetzt die Wahrheit sagen würde. Umgekehrt sehen die Simmeringer, was der freiheitliche Bezirksvorsteher alles umsetzt.

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