Matthias Gastel und Winfried Kretschmann schauen in die Kamera. Nachher wurde behauptet, dass es sich um einen Lauschangriff gehandelt hätte.

Bild: Screenshot / YouTube
„Wie kann man denn so ein Zeug verzapfen?“ – Grüner Ministerpräsident Kretschmann rechnet mit Parteikollegen ab

Der Grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, sagt seiner Partei ordentlich die Meinung. In einem Video, aufgenommen beim Parteitag, flippt Kretschmann gegenüber dem Bundestagsabgdeordneten Matthias Gastel völlig aus und hält ihm eine Standpauke, weil die Grünen ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 beschlossen haben.

Kretschmann prophezeit Grünen sechs Prozent

Zuerst noch sachlich, gerät Kretschmann später völlig in Rage, wirft seinen Parteikollegen vor, keine Ahnung zu haben und prophezeit, wenn diese so weitermachen, würden sie bei der Bundestagswahl nicht mehr als sechs Prozent machen. Kretschmann im Original:

So jetzt überleg Dir mal, es fahren fünf Millionen Elektroautos rum. Wo tanken die? (…) Jetzt nehmen wir mal eine ganz normale Tankstelle wie wir sie heute haben. WIr haben an großen Tankstellen vielleicht Platz für zehn Autos, die da auf einmal tanken. So jetzt dauert das aber bei denen zwanzig Minuten. Jetzt! Wie soll das funktionieren? Ihr habt keine Ahnung! Aber die Leute sagen, ab 2030 kann man das alles machen. Das sind doch Schwachsinns-Termine! Wenn mich einer fragt: Erklären Sie mir mal, wie Sie das machen zu diesem Termin? Das kann ich nicht ansatzweise. Wie kann man denn so ein Zeug verzapfen? (…) Wir müssen uns doch darum kümmern, dass es überhaupt funktioniert – nicht radikale Spräche ablassen.

Ihr könnt es machen. Macht das! Es ist mir egal! Dann seid aber mit sechs Prozent oder acht einfach zufrieden. (…) Dann jammert nicht rum und lasst mich in Ruhe! Und macht euren Wahlkampf selbst! Ihr habt immer nur irgendwas im Kopf, ohne dass man den Gesamtprozess sieht. (…) Aber ich als Minsterpräsident mach das nicht.

Gastel: "Wir bedienen unser eigenes Klientel"

Matthias Gastel, der den Ärger von Kretschmann abbekam, sagte darauf: "Winfried, die unterschiedlichen Rollen sind mir völlig klar. Wir als Fraktion im Bundestag bedienen unser eigenes Klientel und versuchen, das zu vergrößern." Fast lächerlich klingt dann das Statement des Grünen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Cem Özdemir, der behauptete, alles, was in der Partei Rang und Namen habe, stehe hinter dem Parteiprogramm der Grünen. Als ersten nannte er ausgerechnet Winfried Kretschmann.

Journalist wehrt sich gegen Lauschangriff-Vorwurf

Das Video, aufgenommen vom Journalisten Christian Jung, sorgt laut Junge Freiheit für großen Wirbel. Kretschmanns Regierungssprecher Rudi Hoogvliet kritisierte die Aufnahme als "Verwilderung der Sitten". Ein solcher Lauschangriff und dessen Veröffentlichung seien zumindest sittenwidrig.

Gegenüber der Jungen Freiheit wies Christian Jung die Vorwürfe zurück:

Das ist völlig absurd. Ich stand mit meiner Kamera auf Stativ keine zwei Meter von Herrn Kretschmann und Herrn Gastel entfernt. Die Aufnahmesituation war eindeutig und klar erkennbar.

"Grüne Politiker haben immer wieder zu mir geschaut"

Laut Jung hätten die beiden Grünen-Politiker immer wieder zu ihm geschaut, auch habe es Blickkontakt gegeben. „Es war unmöglich, mich nicht wahrzunehmen. Ich hatte den Eindruck, dass es Herrn Kretschmann genau darum ging, dieses Statement zu platzieren und ihm die Kamera in dem Moment sehr gelegen kam. Er wollte sich von dem Beschluss, ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen, distanzieren. Das war ihm wichtig“, schilderte Jung den Vorgang der Jungen Freiheit.

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