Türkenkrieg: 1683 wurde das Servitenkloster im burgenländischen Loretto niedergebrannt und die Madonna geköpft.

Foto: Bild: Bwag / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0-AT)
Bundesdenkmalamt: Türkische Hilfstruppen haben 1683 Madonna geköpft

„Verurteilt, geköpft und bestattet!“- Wenn man die aktuelle Veröffentlichung des Bundesdenkmalamtes liest, wird man an die aktuellen Verwüstungen und Schändungen religiöser Symbole durch fanatisierte IS-Milizionäre erinnert. Und der Zusammenhang ist gar nicht so weit weg, handelt es sich doch um die Schändung einer Madonna im ehemaligen Servitenkloster Loretto im Burgenland während des Zweiten Türkenfeldzugs im Jahr 1683:

Eine kuriose, sensationelle Entdeckung wurde bei der Restaurierung der Gnadenkapelle im ehemaligen Servitenkloster Loretto im Burgenland gemacht: Im Sockel der Altarmensa fand sich eine bisher unbekannte frühbarocke Steinskulptur einer Madonna mit Kind, die offensichtlich nach einer Zerstörung während des Zweiten Türkenfeldzuges 1683 dort rituell bestattet wurde.

Kuruzzen schändeten das Kloster und köpften die Madonna

Kuruzzen, ungarische Verbündete der türkischen Streitmacht unter Kara Mustafa während der Türkenkriege, hatten das burgenländische Kloster eingenommen und geschändet. Als negativen Höhepunkt dieses Bildersturms stellten sie eine Madonnen-Statute vor ein Tribunal, verurteilten das Gottesmutter-Bildnis zum Tode und köpften die Madonna:

Kirche und Kloster wurden von kalvinischen Kuruzzen, die die Hauptstreitmacht von Kara Mustafa mit rund 2000 Mann begleiteten, überfallen. In der Krypta wurden die Särge aufgebrochen und beraubt; in der Kirche zertrümmerte man Altäre, Bilder und Bänke und steckte sie in Brand. Junge kalvinische Adelige sollen die steinerne Statue der Gnadenmutter, die sich auf einer hohen Säule auf dem Platz vor der Kirche befand, herab gehoben haben. Sie klagten sie in einem Tribunal an und verurteilten sie an der Verfolgung der ungarischen Kalviner schuldig zu sein. Die Gottesmutter wurde zum Tod verurteilt und soll, so die Aufzeichnungen, anschließend im Kreis der johlenden Kuruzzen geköpft worden sein. Den Hintergrund dieses grotesken Tribunals bildeten das brennende Kloster und die in Rauch und Flammen gehüllten Kirchtürme von Loretto.

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