Schulzeugnis – genannt “Jahresinformation” – ohne fundierte Beurteilung an einer Volksschule in Wien Meidling.

Foto: Bild: z.V.g.
Dubios: Informationslose “Jahresinformation” statt Schulzeugnis und keine Benotungen

Schulnoten, quo vadis? Dass Eltern die Beurteilung der Leistung ihrer Schulkinder teilweise ohne Noten hinnehmen müssen, ist nicht (mehr) neu. Bekannt ist auch, dass stattdessen mündliche Beurteilungen folgen. Was aber in einer Wiener Volksschule in der Meidlinger Ruckergasse den Eltern serviert wird, sorgt für allgemeines Staunen. Unzensuriert wurde eine Kopie übermittelt.

Zu Schulschluss erhielten Schüler dort nämlich statt des Jahreszeugnisses eine sogenannte „Jahresinformation“. Und die sagt so gut wie nichts über die Leistung der Schüler aus. Ob Religion, Sachunterricht, Deutsch, Mathe, etc. Statt einer Beurteilung bekommen Eltern durchgängig den Satz zu lesen:

Informationen zum Erfüllungsgrad der Kompetenzanforderungen in den Pflichtgegenständen sind der Dokumentation zu entnehmen.

Was mit dieser Botschaft ausgedrückt werden soll, bleibt rätselhaft.

Einzig in einem Satz heißt es, dass das Kind jedenfalls berechtigt sei, in die nächsthöhere Schulstufe aufzusteigen. Wirklich informiert werden Eltern mit dieser Schulinformation jedenfalls ganz und gar nicht.

Bereits 2016 dubioses Zeugnis

Es ist nicht das erste Dokument dieser Art, das für Verwunderung sorgt. Im Jahr zuvor gab es noch ein „Jahreszeugnis“. Doch es ist genauso wenig informativ. Es liefert lediglich ein paar Sätze, die wie folgt zitiert lauten:

Die Beurteilung der PFLICHTGEGENSTÄNDE erfolgte nach dem Schulversuch „Lernfortschrittsdokumentation LFD“ gemäß § 78 a des Schulunterrichtsgesetzes.

Der/Die Erziehungsberechtigte(n) wurden(n) in ausführlichen Gesprächen mit der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer und durch die Vorlage der Arbeitsdokumentation über die Lernfortschritte sowie über das Arbeits- und Sozialverhalten des Kindes eingehend informiert.

Also anders gesagt: Eltern haben keinen schriftlichen Beweis über die Leistungen ihrer Kinder, könnten auch niemandem entsprechende Dokumentationen belegen. Schüler sind quasi Versuchskaninchen, die nicht benotet werden.

Eltern forderten Benotung und bekamen sie zur Halbzeit

Eine Benotung gab es übrigens in der Schulnachricht nach dem ersten Schul-Halbjahr. Dies allerdings auch nur deswegen, weil die Eltern darauf bestanden hatten.

In der Schulnachricht heißt es wörtlich:

Liebe Eltern!

Im Klassenforum haben Sie den Wunsch geäußert einen Richtwert in Bezug auf die Benotung ihres Kindes zu erhalten.

So würde die Benotung Ihres Kindes aussehen.

Angeführt werden Noten im Bereich Sachunterricht, Deutsch, Mathematik, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung sowie Sport und Bewegung.

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