Der legale Morphium-Verbrauch ist von 2007 bis 2015 um 50 Prozent angestiegen.

Foto: Bild: Vaprotan / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Als Drogenersatz: Medizinischer Verbrauch von Morphium stieg seit 2007 um 50 Prozent

Die legale, medizinisch indizierte Morphinabgabe, ist in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen. Dies belegt eine Anfragebeantwortung von Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) an den Nationalrat.

Mehr als die Hälfte des Gesamtverbrauchs in Wien

Während im Jahr 2007 1,2 Millionen Gramm Morphium medizinisch verbraucht wurden, lag der Verbrauch des Schmerz- und Betäubungsmittels 2015 bereits bei 1,8 Millionen Gramm. Ein Bundesländervergleich, den das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen für 2014 und 2015 erstellt hat, belegt, dass die Bundeshauptstadt Wien mit über einer Million Gramm jährlich das Hauptabgabegebiet darstellt.

Steigender Verbrauch als Drogenersatz

Gesundheitsministerin Rendi-Wagner sieht den Mehrverbrauch in der Schmerz- und Substitutionsbehandlung begründet:

In Österreich wird Morphin seit langem in der Schmerz- und in der Opioid-Substitutionsbehandlung eingesetzt, wofür zugelassene Arzneispezialitäten (Morphin in Retardform) zur Verfügung stehen. Mit diesem neben der Schmerzbehandlung weiteren medizinischen Einsatzgebiet geht auch ein entsprechend höherer Verbrauch einher. Andererseits dürfte beim steigenden Morphinverbrauch auch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die zunehmende Betreuung onkologischer Patient/inn/en eine Rolle spielen.

Nur nach ärztlicher Maßgabe

Einen Einsatz von suchtmittelhaltigen Medikamenten sieht die zuständige Ressortministerin nur nach ärztlicher Maßgabe und auf der Grundlage wissenschaftlicher Fachstandards begründet:

Die geltende Regelung des Suchtmittelgesetzes, wonach suchtmittelhaltige Arzneimittel verschrieben werden dürfen, wenn dies nach den Erkenntnissen und Erfahrungen der medizinischen Wissenschaft indiziert ist, wird vom Gesundheitsministerium nicht in Frage gestellt. Ziel muss weiterhin der problemlose Zugang zu diesen wichtigen Arzneimitteln sein, die gleichzeitig aber auch verantwortungsvoll zum Einsatz kommen müssen. Ärztliche Aus- und Weiterbildung im Sinne der geltenden Rechtslage sowie die notwendigen strukturellen Rahmenbedingungen in der Schmerz- und Substitutionsbehandlung spielen dabei eine wichtige Rolle.

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