Leipzig: Mit klassischer Musik Punks und Bettlerszene in die Flucht geschlagen – Unzensuriert

Klassische Musik sorgt am Leipziger Hauptbahnhof für günstigen Nebeneffekt – nur die Grünen wittern Böses.

Foto: Bild: Mirko Klammer / flickr (CC BY-ND 2.0)
Leipzig: Mit klassischer Musik Punks und Bettlerszene in die Flucht geschlagen

Seit an den Haupteingängen zum Leipziger Hauptbahnhof klassische Töne erschallen, sind dort die Bettler und Punks verschwunden. Abgeordnete der Linken zeigt sich darüber empört.

Reisende werden nicht mehr angeschnorrt

Seit einigen Wochen bietet sich Bahnreisenden in Leipzig ein ungewohntes Bild. Wo früher alkoholisierte Punks und Bettler täglich den öffentlichen Raum  in eine stinkende Müllhalde verwandelt hatten und Passanten um Geld anschnorrten, scheint die Zivilisation zurückgekehrt zu sein. Als Ursache für den weitgehenden Exodus der Asozialen wird die Beschallung der Bahnhofshalle mit klassischer Musik vermutet. Urheber der kulturellen Befruchtung ist der Centermanager des örtlichen “ECE Einkaufszentrum Promenaden Hauptbahnhof Leipzig”, Thomas Oehme.

Ganz und gar nicht erfreut über die neue Situation zeigt sich die Stadträtin und Landtagsabgeordnete der Linken, Juliane Nagel, die mit der Causa den Stadtrat beschäftigen will.

Linken-Abgeordnete wittert böse Absicht gegen TrinkerInnen & Co.

In einer Anfrage im Leipziger Stadtrat will Nagel unter anderem wissen, warum die Beschallung genehmigt wurde und ob es zuletzt Probleme oder Konflikte am Hauptbahnhof gegeben habe. Es entstehe der Eindruck, “als wenn die Musikbeschallung die Vertreibung der Personen (TrinkerInnen, ggf. Wohnungslose etc.) intendiert und als subtiles ordnungspolitisches Mittel eingesetzt wird, wie es auch in anderen Städten Deutschlands immer wieder vorkommt“, zitiert sie die Leipziger Volkszeitung.

Bei Bahnhofs-Besuchern kommt die Musik gut an

Eine Vermutung, die Center-Manager Oehme in Abrede stellt. Mit der Einspielung von klassischer Musik wolle man das Ambiente der Musikstadt Leipzig unterstützen, so der Manager. Man habe dies zum Bachfest erstmals getestet und es wäre bei den Leuten und den Besuchern der Stadt sehr gut angekommen. Jemanden mit der Musik zu verjagen, sei  nicht beabsichtigt gewesen.

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