Heinz Fischer konnte es nicht verhindern: HC Strache bekam "Großes Goldenes Ehrenzeichen"

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) überreichte HC Strache das "Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern". Foto: © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner
Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) überreichte HC Strache das "Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern".
Foto: © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

FPÖ-Chef HC Strache wurde am Mittwoch von Nationalratspräsidentin Doris Bures mit dem "Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern" ausgezeichnet. Heinz Fischer hatte ihm diese Ehre 2012 noch verwehrt - und zwar mit einer obskuren Begründung. Alexander Van der Bellen unterschrieb nun aber den weit zurückliegenden Beschluss des Ministerrates.

Vierthöchste Auszeichnung für Verdienste um Republik

Bures hat Strache damit die vierthöchste Auszeichnung für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Angesichts der skurrilen Vorgeschichte, die diese Ehrung hat, und in Anbetracht der handelnden Personen, die nun für diese Verleihung verantwortlich zeichnen, kam diese Auszeichnung für den Chef der größten Oppositionspartei im Parlament doch etwas überraschend.

Minister in der öffentlichen Kritik

Bis heute ist nämlich noch immer nicht geklärt, in welcher Sitzung des Ministerrats unter dem damaligen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) der Beschluss gefasst wurde, Strache einen Orden zu verleihen. Damals, 2012, sprachen manche sogar davon, dass man dem FPÖ-Mann ein Ehrenzeichen unterjubeln wollte, nachdem die Minister wegen des gegenseitigen Ansteckens von Medaillen in die öffentliche Kritik geraten waren.

Fischer befand Strache des Ehrenzeichens nicht für würdig

Vom Ministerrat offensichtlich in einer Nacht- und Nebelaktion beschlossen, kam es dann aber doch nicht zur Verleihung. Der damalige Bundespräsident Heinz Fischer weigerte sich, HC Strache den Orden anzuheften. Nach dem Wirbel um ein belauschtes Gespräch Straches auf dem WKR-Ball (heute Akademikerball), in dem Strache gesagt haben soll, "Das war wie die Reichskristallnacht" und "Wir sind die neuen Juden", befand ihn Fischer für des Ehrenzeichens nicht würdig.

"Wegen Gesamtverhaltens disqualifiziert"

Bei potentiellen Ordensträgern der Freiheitlichen legte Fischer bekanntermaßen ganz strenge Maßstäbe an. Schon 2010 postulierte er prophylaktisch, dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf die Zustimmung zur Ordensverleihung verweigern zu wollen. Mangels konkreter Vorwürfe führte er als Begründung an, Graf hätte sich "wegen seines Gesamtverhaltens disqualifiziert".

Diese Weigerung von Fischer, Graf zu ehren, war gar nicht gefragt: Denn dieser hatte bereits im Jahr 2003, also sieben Jahre vor Fischers Aussage, das "Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" erhalten.

Heinz Fischer muss es jetzt im Herzen weh tun, dass ausgerechnet sein Nachfolger Alexander Van der Bellen seinem unrühmlichen Spiel ein Ende bereitete und somit auch noch HC Strache zu seiner verdienten Ehrung kam.

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