EU bezahlt „Clowns ohne Grenzen“ für Asylanten in Schweden

Der Sozialstaat Schweden bietet viel für Asylanten – sogar Clowns. Foto: Karen Eliot / flickr (CC BY-SA 2.0)
Der Sozialstaat Schweden bietet viel für Asylanten – sogar Clowns.
Foto: Karen Eliot / flickr (CC BY-SA 2.0)
17. Juli 2017 - 14:18

In Schweden ist man bekanntlich sehr bemüht, den illegalen Einwanderern ein möglichst angenehmes Leben zu bieten. Asylanten können dort zum Beispiel Schießkurse belegen. Auch in den Asylantenheimen ist für Zerstreuung gesorgt: Die Einwanderer werden dort durch Clowns unterhalten. Diese werden von der Organisation „Clowns ohne Grenzen“ bereitgestellt.

„Clowns ohne Grenzen“ unterhalten Asylanten bereits seit vier Jahren

Der Verein war in der Vergangenheit vor allem in Entwicklungsländern wie Ruanda, Burma oder dem Libanon tätig. In Schweden treten die Clowns seit 2013 für illegale Einwanderer auf. Mehrmals wurden Kindervorstellungen in einem großen Stockholmer Theater gegeben – ausschließlich für „Flüchtlingskinder“.

Seit 2016 besuchten die Clowns rund 70 Asylantenheime. In zehn davon blieben sie gleich eine ganze Woche. In Zukunft sollen die Vorstellungen in Asylantenheimen durch einen Fonds der EU gefördert werden. Auf der Facebook-Seite von „Clowns ohne Grenzen“ heißt es dazu:

WIR STARTEN EIN NEUES PROJEKT, UM ASYLSUCHENDE IN SCHWEDEN ZU STÄRKEN

Zu unserer Freude haben wir gerade grünes Licht bekommen, ein neues Projekt für Asylsuchende in Schweden mit Unterstützung des Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, AMIF, durchzuführen. „Zirkus für Hoffnung und Stärke“ wird daran arbeiten, die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern im Asylprozess zu stärken.

Durch Lachen, Spiel und Kreativität können wir Sorge und Angst überwinden, die bei vielen in unserer Zielgruppe vorherrschen. Wir wollen uns durch freche Vorstellungen lachen, wir können uns im Spiel treffen und wir stärken die Beziehung und die Nähe zwischen Eltern und ihren Kindern durch Zirkus- und Clowntraining [...].

Finanziert wird der Spaß zu 75 Prozent von der EU, und zwar über deren Fonds für Asyl, Migration und Integration (AMIF). Der Fonds verfügt für die Zeit von 2014 bis 2020 über 3,1 Milliarden Euro an Mitteln. Dieses Geld ist für folgende vier Bereiche gedacht: Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Asylsystems, legale Migration und Integration, Rückkehrhilfe und Solidarität zwischen den EU-Staaten bei Migration und Asyl.

Die Bespaßung illegaler Einwanderer durch Clowns läßt sich da nur schwer zuordnen. Inwiefern hier der Bezug zu den Zielen des Fonds gegeben ist, konnte nicht eruiert werden.

Turnen für Asylanten wird ebenfalls gefördert

Außer den Clowns fördert die EU noch drei andere Projekte in Schweden über diesen Fonds. Der Sportverband Jämtland-Härjedalen erhält eine Förderung, damit er Asylanten die Möglichkeit geben kann, „sich zu entwickeln und sich in einem sozialen Zusammenhang zu integrieren“. Die Einwanderer sollen dabei auch Schwedisch lernen und ihre „Netzwerke erweitern“.

Die beiden anderen Projekte werden vom Roten Kreuz und der Gemeinde Strömsund abgewickelt und dienen der Unterstützung von Asylanten bei der Rückkehr in die Heimat. Die Kosten für alle vier Projekte zusammen betragen 25 Millionen Kronen (rund 2,6 Millionen Euro).

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