ÖVP-Parlamentsklub: Altkanzler Dollfuß übersiedelt ins Museum nach Niederösterreich | Unzensuriert.at

ÖVP-Parlamentsklub: Altkanzler Dollfuß übersiedelt ins Museum nach Niederösterreich

Die türkise ÖVP nutzt den Parlamentsumbau und entsorgt ihre Ikone Engelbert Dollfuß ins NÖ Landesmuseum. Foto: Knozer (F. Knozer) / Wikimedia (PD)
Die türkise ÖVP nutzt den Parlamentsumbau und entsorgt ihre Ikone Engelbert Dollfuß ins NÖ Landesmuseum.
Foto: Knozer (F. Knozer) / Wikimedia (PD)

Die türkise ÖVP unter Sebastian Kurz entsorgt eine christlich-soziale Ikone endgültig ins Museum: Das Portrait von Altkanzler Engelbert Dollfuß (1932-34) wird nicht in die neuen Räumlichkeiten übersiedelt, wie die Kleine Zeitung bekannt gibt. Er kommt als Dauerleihgabe ins Niederösterreichische Landesmuseum. Der Parlamentsumbau und die Übersiedlung des ÖVP-Klubs in die Baracke auf dem Wiener Heldenplatz wollten die Altvorderen in der kleineren Regierungspartei dem „Heldenkanzler“ nicht antun.

In Niederösterreich, der persönlichen und politischen Heimat von Dollfuß, soll er historisch seinen festen Platz erhalten. Dort machte der Jurist und Experte seine ersten Schritte als Politiker und Kammerfunktionär in der Landwirtschaftskammer.

Lopatkas letzte Amtshandlung als Klubobmann?

Für den aus der Steiermark kommenden ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka könnte die historische Entsorgung von Dollfuß eine der letzten Amtshandlungen sein. Als Generalsekretär unter Wolfgang Schüssel und zuletzt 2014 als Klubchef musste er für die schwarze Traditionspflege rund um den bei einem Putsch der Nationalsozialisten 1934 getöteten Kanzler Dollfuß noch in die Bresche springen. Nach den Nationalratswahlen soll Lopatka durch den ÖAABler August Wöginger aus Oberösterreich ersetzt werden.

Die ÖVP befindet sich allerdings schon seit Jahren in Sachen Dollfuss-Traditionspflege auf dem Rückzug. Bereits 2010 wurde auf Druck der SPÖ die alljährliche Gedenkmesse für Dollfuß im Wiener Bundeskanzleramt abgesagt. Wieder wurde also ein Stück österreichischer Tradition von der ehemals christlich-sozialen Partei über Bord geworfen. 

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