Über Lebensmittelschimmel hat das Gesundheitsministerium sehr wenig Informationen – außer, dass er sehr giftig ist.

Foto: Bild: Henry Mühlpfordt / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Gesundheitsministerin: Wenig Information über giftige Schimmelpilze im Essen verfügbar

Schimmelpilze (Mykotoxine) sind hochgiftig, wie das zuständige Gesundheitsministerium mitteilt. Zu konkreten Gesundheitsgefahren und Statistiken weiß die amtierende Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) aber, wie üblich, wieder einmal wenig zu berichten. Die Länder seien zuständig, obwohl nach dem Epidemiegesetz eigentlich alle bakteriellen und viralen Lebensmittelvergiftungen meldepflichtig seien:

Laut Epidemiegesetz sind bakterielle und virale Lebensmittelvergiftungen und -intoxikationen meldepflichtig, jedoch nicht die Quelle. Für die Erhebung der epidemiologischen und zur Maßnahmensetzung relevanten/notwendigen Informationen sowie die Abklärung von Erkrankungs- und Todesfällen der zuvor genannten Meldepflichten sind die Gesundheitsbehörden der Bundesländer zuständig.

Dem Gesundheitsressort seien aber keine Fälle bekanntgegeben worden:

Meinem Ressort sind für die Jahre 2010 bis 2016 keine Fälle von akuten Erkrankungen, die auf den Genuss von Lebensmitteln, die mit Schimmelpilzgiften – sogenannten Mykotoxinen – belastet waren, zur Kenntnis gebracht worden.

Schimmelpilze sind bereits bei geringer Konzentration giftig

Demgegenüber muss die zuständige SPÖ-Gesundheitsministerin zugeben, dass Schimmelpilze hochgiftig sind:

Mykotoxine wirken bereits in geringer Konzentration toxisch auf den Menschen. Daher gilt generell, dass die Gehalte von Mykotoxinen in Lebensmitteln so gering wie möglich sein sollen (ALARA-Prinzip: „as low as reasonably achievable“). Zur präventiven Gefährdungsminimierung sind deshalb die gesundheitsschädlichsten Mykotoxine (kanzerogen) mit Höchstgehalten geregelt, die sich an die Verzehrsgewohnheiten der empfindlichsten Risikogruppe (z. B. der Verzehr von Weizen bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren) orientiert (VO (EG) Nr. 1881/2006).

Rendi-Wagner verweist auf einen Nationalen Kontrollplan und hat einen praktischen Rat – die Konsumenten sollen einfach ihre Ernährungsgewohnheiten auf die Schimmelpilzgefahr abstimmen:

Die Einhaltung der maximal zulässigen Mykotoxinhöchstgehalte der Lebensmittel wird fortlaufend im Rahmen des Nationalen Kontrollplanes kontrolliert. Die Verbraucher/innen können selbst dazu beitragen, die tägliche Aufnahme an Mykotoxinen zu reduzieren, in dem sie anhand ihrer Konsumgewohnheiten jene Produkte verifizieren, die Mykotoxine enthalten können (z. B. Nüsse) sowie bei Anzeichen von Verderb eines Lebensmittels dieses nicht mehr konsumieren.

Auskunftsfreudiger gab sich die rote Ressortchefin demgegenüber bei Fragen zur Gefahr durch Salmonellen gegenüber dem österreichischen Parlament vor wenigen Wochen, wo immerhin mehr als 12.000 Erkrankungsfälle in den letzten Jahren bekanntgegeben worden sind.

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