Fälschermuseum Wien: Hier wird die Kriminalgeschichte der Kunst erzählt

Fälschermuseum: Auch Meister Rembrandt wurde meisterhaft gefälscht - von Thomas Keating. Foto: Hans Makart -Kunsthistorisches Museum  / Wikimedia (PD)
Fälschermuseum: Auch Meister Rembrandt wurde meisterhaft gefälscht - von Thomas Keating.
Foto: Hans Makart -Kunsthistorisches Museum / Wikimedia (PD)

Die österreichische Bundeshauptstadt Wien ist auch eine Hauptstadt der Museen. Mit dem Fälschermuseum in Wien-Landtstraße, gleich gegenüber dem Hundertwasserhaus, findet die museale Kriminalgeschichte rund um gefälschte Kunstwerke ihre Verortung.

Unter anderem wird hier das Schaffen so berühmt-berüchtigte Kunstfälscher wie John Myatt, Han van Meegeren, Tom Keating, Elmyr de Hory, Edgar Mrugalla, Lothar Malskat oder der Fälscher der Hitlertagebücher, Konrad Kujau, präsentiert. Gleichzeitig wird auch der sowohl künstlerisch als auch kriminalwissenschaftlich interessante Unterschied zwischen Orginal, Kopie und Fälschung erklärt:

Das Fälschermuseum Wien ist einzigartig in Europa und befindet sich vis-á-vis vom Hundertwasserhaus. Hier werden spektakuläre Kriminalgeschichten rund um die echten gefälschten Werke berühmt berüchtigter Kunstfälscher, wie Han van Meegeren, Konrad Kujau, Edgar Mrugalla, Lothar Malskat, Eric Hebborn, Tom Keating, Elmyr de Hory, John Myatt sowie von vielen anderen erzählt und der Besucher dabei unterhaltsam über die Unterschiede zwischen Original, Kopie und Fälschung aufgeklärt (denn Kopien sind keine Fälschungen).

Fälscher Tom Keating produzierte Rembrandts und Goyas

Der 1984 verstorbene britische Fälscher Tom Keating etwa, ein wichtiger Repräsentant in der der Ausstellung des Fälschermuseums, hatte in seiner Profession eine immense Schaffenskraft und stellte nicht weniger als 2.000 Kunstwerke im Stil alter Meister her. Dabei reichte seine malerische Spannweite von Rembrandts und Renoirs bis zu Goyas und Gainsboroughs.

Strafaktionen gegen den abgehobenen Londoner Kunsthandel

Keatings Ziel war vor allem der von ihm als abgehoben und inkompetent wahrgenommene Londoner Kunsthandel. Keating machte sich etwa den Spaß und baute sogar Hinweise auf die Fälschung der von ihm produzierten Werke ein, wie etwa ein Guiness-Glas, das er bei einem Rembrandt einem Trinker in die Hand gegeben hatte.

Strafprozess platzte aus Gesundheitsgründen

Ein gegen den britischen Fälscher 1979 angestrengter Strafprozess platzte wegen seines schlechten Gesundheitszustandes. Und damit platzte die Illusion für die Justiz und die verärgerten Repräsentanten des Kunsthandels, dass Keating für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden kann. Aber auch da kann die Museums-Hauptstadt Wien helfen, gibt es doch seit kurzer Zeit ein Museum der Illusionen im 1. Bezirk.

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