Nur ein halbes Jahr Haft für betrunkenen Iraker, der bei Unfall einen zwölfjährigen Buben tötete

Kuscheljustiz für Ausländer: In vergleichbaren Fällen mit Österreichern fielen die Urteile durchwegs deutlich höher aus. Foto: vanna44 / pixabay.com
Kuscheljustiz für Ausländer: In vergleichbaren Fällen mit Österreichern fielen die Urteile durchwegs deutlich höher aus.
Foto: vanna44 / pixabay.com
25. Juli 2017 - 11:00

Wie viele Monate Haft kann jemand ausfassen, der in betrunkenem Zustand Auto fährt und bei einem Unfall einen zwölfjährigen Buben tötet? Viele würden da wohl auf eine deutlich mehrjährige Haft tippen. Doch seit dem Urteil am Landesgericht Linz am Montag herrscht nur noch Unverständnis, denn ein 36-jähriger Iraker muss für diese schreckliche Tat nur ein halbes Jahr ins Gefängnis.

Täter wurden auch die Verfahrenskosten erlassen

Nicht nur das: Neben dem - gelinde ausgedrückt - milden Urteil (18 Monate Haft, davon sechs unbedingt) wurden dem Täter auch noch die Verfahrenskosten erlassen, und zwar mit dem Hinweis des Richters, der Iraker habe selbst vier Kinder und eine schwangere Frau.

Mit 2,01 Promille im Blut frontal gegen Auto

Das Gericht ließ sich von dem Mann, der am 14. Jänner mit 2,01 Promille Alkohol im Blut auf der Brücke über die Krems frontal gegen einen Wagen prallte und dabei den Zwölfjährigen, der auf der Rückbank saß, tötete und dessen Eltern schwer verletzte, beeindrucken. Der Angeklagte brach in Tränen aus, sagte: "Es tut mir leid, ich entschuldige mich."

Geständnis unter Tränen war für Gericht mildernd

Kaum zu glauben, dass das genügte, um mit diesem bereits rechtskräftigen Urteil davonzukommen - bei so einer schwerwiegenden Tat, bei der eine ganze Familie fast ausgelöscht wurde. Da klingen die vom Gericht genannten "mildernden Umstände" für den Angeklagten wie Hohn: Er sei bisher "unbescholten gewesen" und habe ein "reumütiges Geständnis abgelegt".

Durchwegs härtere Strafen bei ähnlichen Delikten für Österreicher

Vergleicht man ähnliche Straftaten, die Österreicher begangen haben, kann man sich über das Urteil noch mehr wundern: Ein Zwei-Promille-Lenker verursachte einen Unfall, für den Beifahrer, seinen Freund, kam jede Hilfe zu spät. Laut heute.at beteuerte auch er vor Gericht, dass es ihm leid täte, und auch er brach in Tränen aus. Für den 45-Jährigen gab es keine Milde - ihm wurde vom Gericht in Korneuburg eine 20-monatige, unbedingte Haftstrafe aufgebrummt.

Anderer Fall: Weil er stark alkoholisiert einen Autounfall verursacht hatte, bei dem sein bester Freund starb, ist ein Weststeirer am Donnerstag zu einer unbedingten Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden, wie auf steiermark.ORF.at zu lesen ist. Und die Kleine Zeitung berichtet von zehn Monaten Haft für einen 23-jährigen Alkolenker, der bei einem Unfall eine 40-jährige Mutter zu Tode fuhr.

Von einem Verfahrenskosten-Nachlass war in allen drei Fällen nichts zu lesen.

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